Parodontose Operationen
“Parodontose Operationen ":http://www.dr-med-hagen.de/spektrum_kief.htm
Ursachen der Parodontoseerkrankung
Die Zahnpflege muß ständig möglichst perfekt gemacht werden. Es gibt sehr viele Hilfsmittel, die benutzt werden müssen, um einen Zahn wirklich sauber zu bekommen. Denn ein sauberer Zahn bekommt keine Caries und keine Parodontose. Da die Bevölkerung nicht gut im Zähneputzen ausgebildet worden ist, putzt ein Großteil der Bevölkerung schlecht die Zähne. Die unmittelbare Folge sind Caries, Füllungen, Kronen, Brücken und Prothesen und Parodontose. Wird das Zahnfleisch über längere Zeiträume schlecht gepflegt, lockert sich der gesamte Zahnhalteapparat und es kommt zu Zahnlockerungen und später zum Verlust der gelockerten Zähne. Es bilden sich Zahnfleischtaschen mit anaeroben Bakterien. Durch die Bakterienaktivität kommt es zu immer mehr Entzündungszeichen, nämlich Rötungen, Schwellungen und Blutungen des Zahnfleisches. Meistens werden diese frühen Anzeichen der Parodontose von den Patienten verharmlost. Dies wird durch die Werbung der Zahnpastafirmen in der Presse noch unterstützt. Es wird Patienten suggeriert, daß sich Zahnstein und Parodontose durch die Verwendung von gewissen Zahnpasten oder Mundwässer verhindern bzw. bessern läßt. Auch Zahnärzte erfahren häufig nicht von den Patienten, daß das Zahnfleisch bereits beim Zähneputzen blutet und untersuchen selten, ob Zahnfleischtaschen isoliert oder generell zu tasten sind. Dadurch ist es erklärbar, daß es in Veröffentlichungen heißt, 8o % der Bevölkerung leiden unter der “Volkskrankheit” Parodontose.
Hilfsmittel beim Zähneputzen
In Apotheken, Drogerien, Kaufhäusern und speziellen Mundhygienegeschäften gibt es eine Fülle von Hilfsmitteln für das Zähneputzen zu kaufen. Hier sei nur das erwähnt, was auch in meiner Praxis empfohlen wird. Es sollte eine weiche Zahnbürste mit einem kurzem Kopf und eine Zahnpasta mit nicht so hohen Abrasivmitteln benutzt werden. Ferner sollte bei einem noch nicht prothetisch versorgtem Gebiß mehrmals wöchentlich Zahnseide benutzt werden. Kronen, Brücken, Implantate und parodontal geschädigte Zähne mit einem großen Zahnzwischenraum brauchen eine Pflege mit einer verdickten Zahnseide (Superfloss). Um die Pflege objektiv sichtbar zu machen, existieren Kaudragees, die den verbliebenen Schmutz an den Zähnen rot färben. Damit kann jeder überprüfen, wie gut er selber putzt.
Was kann man tun bei Vorliegen einer Parodontoseerkrankung?
Da die gesetzliche Versicherung nur noch einmal im Jahr eine Zahnsteinentfernung bezahlt, sollte sich der Patient diese Zahnsteinentfernung alle 3 Monate gönnen und sie privat bezahlen. Privatpatienten erhalten mehrmals jährlich einen Zahnsteinentfernung von ihrer Privatkrankenversicherung bezahlt. Zunächst muß eine Zahnreinigung im Abstand von 3 Wochen durchgeführt werden, die auch die Konkremente subgingival entfernen. Der Patient muß alle Hilfsmittel beim Zähneputzen erklärt bekommen und diese anschaffen, um zuhause eine optimale Mundhygiene durchführen zu können. Bei der Wiedervorstellung des Patienten können Hygienebesserungen besprochen und geübt werden. Falls tiefe Taschen immer noch vorliegen, müssen diese objektiv gemessen werden. Ab 3 mm Taschentiefe bzw. lappig abstehendem Zahnfleisch ist eine Parodontosebehandlung sinnvoll, um durch geeignete Maßnahmen wieder 2-3 mm Taschen mit eng anliegendem Zahnfleisch zu bekommen.
Bei einer Parodontosebehandlung kann eine geschlossene und eine offene Parodontosebehandlung unterschieden werden.
Eine geschlossene Behandlung bedeutet, daß der Behandler das Zahnfleisch nicht von der Zahnwurzel abhebt, sondern kürrettiert und die Konkremente an der Zahnwurzel entfernt. Dies ist jedoch nur bei Zahnfleischtaschen von 2-3 mm sinnvoll. Der Behandler und der Patient hat bei dieser Methode nie die Sicherheit, daß alle Konkremente entfernt wurden. Im Rahmen von offenen Parodontosebehandlungen sehe ich immer wieder, daß trotz intensiver und mehrfacher Entfernung von Konkrementen unter dem Zahnfleisch sich immer noch genügend Schmutz befindet, der bei einer geschlossenen Kürrettage nicht gefunden wurde. Daher lehne ich eine geschlossene Methode völlig ab.
Eine offene Behandlung bedeutet ein Abklappen des Zahnfleisches partiell oder total, um einen Überblick über Knochentaschen, Knochenabbau und Konkremente auf der Zahnwurzel zu gewinnen. Unter Sicht kann die gesamte Zahnwurzel optimal gesäubert werden. Bei Wurzelreinigungen ohne Sicht ist ein komplettes Entfernen der Konkremente nicht möglich. Daher bevorzuge ich eine offene Parodontosebehandlung. Das kranke Zahnfleisch weist häufig Entzündzungsgewebe auf, das entfernt werden muß. Dadurch kommt es zu einer Taschenreduktion und später zu einem vollständigem Wiederanlegen des dann gesunden Zahnfleisches. In gewissem Maße sind durch die Parodontose bedingt später größere Zahnfleischzwischenräume und empfindliche Zähne, die optisch länger aussehen vorhanden.
Die Operation kann in Lokalanästhesie in 2 Sitzungen oder in Vollnarkose in einer Sitzung gemacht werden. Die Narkosekosten werden von den Krankenversicherungen nicht bezahlt.
Laserzusatzbehandlung
Eine komplette Parodontosebehandlung nur mit Laser halte ich nicht für möglich, da Laserenergie auch gesunde Strukturen verletzt. Durch eine ablative Wirkung von Erbium Yag Laser kann Zahnfleisch abgetragen werden. Es kommt zu weniger Blutungen bei der später offenen Parodontosebehandlung und zur Abtötung sehr vieler Keime durch die Anwendung der Laserenergie. Dadurch kommt es zu einer besseren Wundheilung. Alle Patienten berichteten, daß sie mit einer Laserzusatzbehandlung auch weniger Schmerzen nach der Behandlung hatten. Laserzusatzbehandlung haben sich im Rahmen einer Parodontoseoperation bewährt und werden von den Patienten sehr gut akzeptiert. Eine Laserzusatzbehandlung muss man privat zuzahlen.
Parodontoseoperatioen ohne Laserzusatz halte ich für veraltet.
Wie lange dauert die Heilung?
Die Heilung des Zahnfleisches nach einer Parodontosebehandlung hängt von dem Schweregrad der vorliegenden Parodontose ab. Geringe Taschentiefen bedürfen einer schonenden Parodontosebehandlung, die wenig schmerzhaft ist und auch gut und schnell ausheilt. Liegen jedoch sehr tiefe Taschen vor, ist die Behandlung häufig unangenehm und der Heilungsprozeß kann bis zu 4 Wochen dauern. Diese Zeiten gelten für die Patienten, die nach der Parodontosebehandlung sich eine gute Mundhygiene zur Pflicht machen.
4 mal im Jahr muß eine tiefe Zahnreinigung und Überprüfen der Mundhygiene stattfinden. Ferner sollte 2 Wochen nach einer Zahnreinigung eine professionelle Zahnreinigung mit einem Salz unter Hochdruckbedingungen durchgeführt werden. Da die Parodontose eine chronische Erkrankung ist, führen Zahnstein, Konkremente und eine weiterhin mangelhafte Mundhygiene zu einem Wiederauftreten der Parodontose und damit dann auch zu dem nicht zu vermeidbaren Zahnverlust.
Bei der Parodontosebehandlung ist es wichtig, daß ein Erfolg nach der Behandlung sichtbar wird und das Ergebnis auf Dauer gehalten wird. Dafür muß der Patient lebenslänglich mithelfen durch eine perfekte Mundhygiene in seiner Privatsphäre.