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Was ist eigentlich ein Leistenbruch aus ORTHOpress
Was ist eigentlich ein Leistenbruch?
Wenn im Fernsehen, wie jüngst geschehen, eine Umfrage zu diesem Thema gestartet wird, kann man Überraschungen erleben: Weit über die Hälfte aller Befragten sind immer noch davon überzeugt, dass es sich beim „Leistenbruch“ um eine Knochenfraktur handelt.
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Leider hält sich die altertümliche Bezeichnung hartnäckig, obwohl Mediziner den Ausdruck schon seit langer Zeit nicht mehr gern verwenden. Sie reden lieber von Hernien oder Leistenhernien, denn tatsächlich „zerbricht“ im heutigen Wortsinne nichts – – es bricht vielmehr etwas hervor.
Schuld ist das Bindegewebe
Bei einer Hernie bildet sich an einer Stelle meist in der Leiste eine Öffnung im Bindegewebe, sodass ein Teil des Bauchfells als deutlich tast- und sichtbare Beule ausgestülpt wird. Eine Hernie tritt meist bei Menschen auf, bei denen das Bindegewebe in der Unterbauch- und Leistenregion eher schwach ist. Dies kann angeboren oder auch später entstanden sein dabei sind Männer rund 4-mal häufiger betroffen als Frauen. Der Grund dafür ist, dass die feinen Gewebsschichten in der Nähe des im Leistenkanal verlaufenden Samenstrangs verstärkt zu Ausdünnungen neigen. Hernien werden nach dem Ort des Auftretens unterschieden. Man unterscheidet verschiedene Formen der Hernie: Je nachdem, wo sie auftritt, bezeichnet man sie entweder als Leistenhernie, Schenkelhernie, Nabelhernie, Bauchwandhernie oder Zwerchfellhernie. Einen Sonderfall bildet die sogenannte Sportlerhernie: Hier kommt es zu einem leistenbruchähnlichen Zustand durch einen verletzungsbedingten Ausriss des Leistenbandes.
Grundsätzlich sollte immer operiert werden
Ein Leistenbruch ist dabei nicht nur ein kosmetisches Problem: Auch wenn die Hernie scheinbar keine Beschwerden verursacht, besteht immer die Gefahr, dass Teile des Darms in der Bruchpforte eingequetscht werden. Hierdurch kann es zum Darmverschluss oder sogar durch die Unterbrechung der Blutzufuhr zu einem lebensgefährlichen Absterben der betroffenen Darmteile kommen. Ein bekannter Leistenbruch muss daher immer repositioniert (operiert) werden. Die Operation sorgt nicht nur dafür, dass die Gefahr drohender Komplikationen gebannt wird, sondern stellt im besten Fall sicher, dass das Risiko eines erneuten Auftretens minimiert wird.
Kann man nicht einfach wie früher ein „Bruchband“ tragen?
Noch bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein wurde statt einer OP oft das Tragen eines Bruchbandes empfohlen einer Bandage, welche das Austreten von -Eingeweide durch die Bruchpforte verhindern sollte. Heute sind Bruchbänder aus den Regalen der Sanitätshäuser fast völlig verschwunden, weil sie keine wirkliche Alternative zum immer komplikationsärmeren operativen Eingriff darstellen. Darüber hinaus schwächt die Abstützung von außen auf Dauer das Bindegewebe noch mehr, sodass es letztlich sogar zu einer Verschlimmerung kommen kann.
Nicht immer ist es ein Leistenbruch
Nicht immer ist es allerdings ein Leistenbruch, der die charakteristischen Beschwerden hervorruft. Auch ein Hüft-Impingement kann Auslöser solcher Schmerzen sein. Dabei führt eine Inkongruenz von Hüftkopf und Hüftpfanne zu einer Einklemmung bei gleichzeitiger Abnahme der Beweglichkeit, insbesondere der Innenrotation. Besonders betroffen sind hier junge Erwachsene, bei denen eine Hüftdysplasie im Kindesalter nicht diagnostiziert bzw. behandelt wurde.
Schnelle Diagnose wichtig
In jedem Fall ist eine schnelle und richtige Diagnose wichtig, um spätere Folgeschäden zu vermeiden, denn mit anhaltendem Leistenschmerz ist unter gar keinen Umständen zu spaßen: Besonders im Jugend- und Erwachsenenalter sollte immer abgeklärt werden, ob sich nicht vielleicht eine schwerere Erkrankung dahinter verbirgt.
Individuelle OP-Verfahren
Zur Operation des Leistenbruches stehen heute mehrere schonende Verfahren zur Verfügung. Allen ist gleich, dass sie die Bruchpforte verschließen und möglichst eine Gewebsentlastung in der betroffenen Region schaffen. So steht für nahezu jeden Patienten ein für ihn optimales Verfahren zur Verfügung, das eine geringe Rückfallrate mit hohem Patientenkomfort verbindet. Spezialisierte Hernienzentren bieten heute moderne und innovative Behandlungsmethoden an, wobei die allermeisten dieser Eingriffe heute ambulant durchgeführt werden können, sodass die Patienten keinen langen Arbeitsausfall in Kauf nehmen müssen.
Arne Wondracek
Grundsätzlich muss jede Hernie operiert werden, auch wenn sie kaum Beschwerden verursacht: Das Risiko eines eingeklemmten Darmes oder eines Darmverschlusses ist zu hoch, denn es kann durch die unterbrochene Blutversorgung zu einem Absterben des Gewebes kommen das wäre eine lebensbedrohliche Komplikation.
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Dr. med. Achim Wolmershäuser
Facharzt für Allgemein- und Visceralchirurgie (Bauchchirurgie)
Schwerpunkt minimal-invasive Chirurgie
Herniencentrum-Düsseldorf
Privatpraxis im Ambulanten Operationszentrum Düsseldorf
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Dr. med. Iris Reiter-Höffken
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