Tipps-bei-Osteoporose aus ORTHOpress
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Tipps bei Osteoporose (I)
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Richtige Bewegung ist wichtig!
Etwa sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Osteoporose, dem schleichenden Knochenschwund. Und immer noch hält sich hartnäckig das Gerücht, man könne außer einer medikamentösen Therapie nichts dagegen tun. Dabei ist das Gegenteil richtig! Im ersten Teil unserer Serie gibt Dr. med. habil. Wolfgang Roth von der Salztal-Klinik in Bad Soden-Salmünster wichtige Tipps zur richtigen Bewegung und Sturzvermeidung, mit denen Osteoporose-Patienten das Leben erleichtert und ein Fortschreiten der Krankheit abgebremst werden kann.
Tipp Nr. 1: Auf das „Kreuz“ achten
Die Osteoporose beginnt in der Regel mit Einbrüchen der Grund- und Deckplatten der Wirbelkörper. Bei Nachweis einer Osteoporose in der Knochendichtemessung sollte daher besonders auf ein kreuzschonendes Verhalten im Alltag geachtet werden. Dazu gehört, dass man bei stehenden Tätigkeiten versucht, aufrecht und gerade zu stehen, und sich die Arbeitsfläche in einer angepassten Höhe befindet. Bei sitzender Tätigkeit sollte die Stuhllehne den Rücken 15–20 cm über der Sitzfläche stützen. Der Rücken sollte nicht abgekrümmt werden; nie längere Zeit in der gleichen Sitzhaltung verweilen, sondern immer wieder aufstehen und Streckübungen durchführen. Das Heben und Tragen von Lasten sollte nicht mit gebogenem Rücken und gestreckten Beinen nach unten erfolgen. Vielmehr sollte man wie ein Gewichtheber in die Knie gehen, die Last anheben und mit geradem Rücken wieder hochgehen. Dies gilt vor allem auch für das Anheben von Getränkekästen. Hausarbeit: Bei den täglichen Hausarbeiten sollte die gebückte Haltung vermieden werden. Besser ist es, in die Hocke zu gehen oder sich hinzuknien. Liegen und Schlafen: Vermeiden Sie weiche, durchgelegene Matratzen. Zu empfehlen ist ein harter Lattenrost mit einer weichen Matratze, damit der Körper überall gleichmäßig aufliegt.
Tipp Nr. 2: Gleichgewichts- und Koordinationstraining bei Osteoporose (Sturzvermeidung)
Stürze bedeuten für Osteoporosepatienten ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Um dieser Gefahr vorzubeugen, ist ein gutes Gleichgewichts- und Koordinationstraining erforderlich. Dies kann man durch ein auf den Patienten individuell zugeschnittenes Training erlangen. Um die richtigen Übungen zusammenzustellen, kann vorab mittels eines speziellen Diagnosegerätes gemessen werden, wie ausgeprägt das Gleichgewichts- und Koordinationsvermögen bereits ist. Durch das Üben auf weichen, wackligen oder unebenen Untergründen kann man die Fähigkeiten am besten fördern und fordern. Beim Trainieren des Gleichgewichts- und Koordinationsvermögens werden vor allem die kleinen Muskeln und die Tiefensensibilität geschult. Auch so genannte Vibrationstrainer werden inzwischen mit Erfolg zum Muskel- und Gleichgewichtstraining eingesetzt – eine möglichst hohe Muskelkraft ist wichtig für die Ganzkörperstabilisation sowie für das aufrechte Stehen und Gehen. Die Tiefensensibilität dient zur Erkennung und zum Reagieren auf Unebenheiten im Boden beim Gehen und Stehen. Im Anschluss an eine Behandlungsserie kann nochmals mit dem Diagnosegerät überprüft werden, in welchem Maße sich das Gleichgewichts- und Koordinationsvermögen verbessert hat.
Tipp Nr. 3: Auf regelmäßige Bewegung achten
Die medizinische Trainingstherapie mit ihren umfangreichen Übungs- und Trainingsformen hat einen vielfältigen Einfluss auf unseren Körper. Zur Verbesserung der Durchblutung und damit einer deutlichen Schmerzreduzierung und gleichzeitigen Verbesserung der Beweglichkeit tragen Übungen bei, die mit geringem Kraftaufwand über eine längere Zeit ausgeführt werden. Damit wird ein großer Einfluss auf die Stoffwechsellage genommen und durch regelmäßiges dosiertes Üben verbessert. Die aktiven Bewegungsübungen haben eine positive Wirkung zur Verbesserung der Kraft, Ausdauer und Koordination. Das verbesserte Muskelkorsett ist stabilisierend für unsere Haltung und unsere Bewegungen. Jeder verstärkte Muskelzug bewirkt einen stärkeren und stabileren Knochen. Die durch Trainings- und Übungsprogramme verbesserte Ökonomisierung und größere Geschicklichkeit liefern eine deutliche Sturzprophylaxe, dies ist für die abgeschwächten Knochenstrukturen sehr wichtig und trägt somit zur Vermeidung von Knochenfrakturen wesentlich bei.
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