Periarthritis-Wie-eingeschnürt-Periarthritis-aus-ORTHOpress
“Wie eingeschnürt: Periarthritis aus ORTHOpress”
Wie eingeschnürt: Periarthritis
Der Griff hinauf ins Küchenregal wird zur Schmerztortur, das Treppensteigen gelingt nicht mehr flüssig, das Schnüren der Schuhe wird zusehends schwieriger: drei Szenarien, die unter Umständen auf eine Periarthritis hindeuten können, eine schmerzhafte Reizung oder Entzündung der das Gelenk umgebenden Weichteil-Strukturen.
![]()
Generell kann es jedes Gelenk treffen. Periarthritis (per grch. = um, herum; arthritis = Gelenkentzündung) beschreibt zunächst nur die Entzündung des das Gelenk umgebenden Gewebes. Somit stellt die Bezeichnung erst einmal nur einen Oberbegriff dar, dem unterschiedliche Krankheitsbilder zugeordnet werden. Anfangs schleicht sich die Krankheit z. B. durch eine leichte Verletzung oder degenerative Veränderungen ins Leben ein. Besonders oft ist die Schulter betroffen. Die Betroffenen klagen über Schmerzen im Schultergürtel, die häufig auch nachts auftreten können. Gestellt werden kann die Diagnose durch einen Orthopäden per körperliche Untersuchung, Röntgenbild und/oder Ultraschallaufnahme. Gerade durch die Ultraschalluntersuchung erhält man ziemlich genauen Aufschluss darüber, welche Anteile des weichen Gewebes betroffen sind. Denn eine Schultersteife kann durchaus verschiedene Ursachen haben (s. Kasten).

Periarthritis humeroscapularis
Eine wiederkehrende Periarthritis der Schulter wird in 4 aufeinanderfolgende Stadien eingeteilt. Im ersten Stadium lassen sich zunächst nur rein funktionelle Einschränkungen feststellen, während das Gewebe, welches das Gelenk umgibt, noch keine Veränderungen aufweist. Erst mit den Stadien 2 bis 4 können diagnostisch Veränderungen sichtbar gemacht werden. Ursachen:
Degenerative Veränderungen der Rotatorenmanschette oder der Sehnen im Schulterbereich
Sehnenentzündungen
Schleimbeutelentzündungen
Risse der Rotatorenmanschette
Impingement-Syndrom
Eine Operation der Schulter ist nur selten nötig
Um das Gelenk wieder beweglich zu machen, setzt die Therapie zunächst auf entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente (nichtsteroidale Antirheumatika = NSAR) sowie gezielte Krankengymnastik. Die Behandlung richtet sich dabei nach den Beschwerden und den Einschränkungen, die ein Patient durch die Erkrankung erleidet. Zusätzlich können auch physikalische Anwendungen wie Warm- oder Kaltanwendungen oder Elektrotherapie hilfreich sein, ebenso wie die Verabreichung von Glukokortikoid (Cortison), um z. B. weitere Verklebungen zu vermeiden. Viele dieser konservativen Methoden helfen den Patienten bereits, eine Reduktion ihrer Schmerzen zu erreichen. In seltenen Fällen ist jedoch eine Operation nötig, um die Mobilität des Gelenkes wiederherzustellen. Dies kann je nach Ursache der Periarthritis unterschiedliche Maßnahmen nach sich ziehen: bei einer Schultersteife z. B. Resektion des Ligamentum coracoacromiales (zwischen der Spitze des Acromion und Coracoid gespannt), Entfernung von Kalkdepots oder die mechanische Mobilisation der Schulter in Narkose.
Simone Ernst
Tags: