Nackenschmerzen aus ORTHOpress
Nackenschmerzen aus ORTHOpress
„Die Faust im Nacken“
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Warum Nackenschmerzen so penetrant sein können
Wenn wir „die Faust im Nacken“ verspüren, dann fühlen wir uns einer Übermacht von Problemen und Sorgen, möglicherweise aber auch realen Personen oder „Mächten“ ausgeliefert, von der wir zuweilen befürchten, regelrecht erdrückt oder „zermalmt“ zu werden. Es ist sicher kein Zufall, dass man, um diese Befindlichkeit zu bezeichnen, auf den hinteren Teil der Halswirbelsäule (HWS) zurückgreift. Denn der Nackenbereich gehört zu den empfindlichsten Teilen unseres Bewegungsapparats und ist häufiger, als uns lieb sein kann, schmerzhaften Attacken ausgesetzt.
Die Anfälligkeit des Nackens für Schmerzen hängt damit zusammen, dass die Halswirbelsäule der schwächste und zugleich beweglichste Teil der menschlichen Wirbelsäule ist. Außerdem muss sie ein enormes Belastungspensum bewältigen: Sie trägt den Kopf, der bei einem Erwachsenen durchschnittlich immerhin vier bis fünf Kilogramm wiegt und auf die Bandscheiben drückt. Diese müssen alle Bewegungen im Halsbereich abfedern, ohne zusätzlich stabilisiert zu sein. Das ist anders als etwa bei der Brustwirbelsäule, die durch Rippen und Brustbein fixiert ist. Verschleißerscheinungen und Funktionsstörungen unterschiedlichster Art sind an der Halswirbelsäule dadurch beinahe schon vorprogrammiert.
Hauptfaktor Verspannung
Die meisten Schmerzen im Nacken- und Halsbereich haben ihre Ursache in Muskelverspannungen. Dabei können als Auslöser die unterschiedlichsten Faktoren in Betracht kommen, z. B.
- eine ungesunde Körperhaltung am Schreibtisch oder beim Autofahren
- eine schlechte Schlafhaltung aufgrund mangelhafter Matratzen
- Zugluft oder Erkältung
- körperliche oder seelische Überforderung
- falsche Bewegungen, die ungünstigenfalls zu einer Muskelzerrung führen.
Häufig bleiben die Beschwerden nicht auf den Nacken begrenzt, sondern strahlen auch in Schulter, Arme, Hände oder Hinterkopf aus – in diesem Fall spricht man auch vom Spannungskopfschmerz. In vielen Fällen ist auch die Beweglichkeit eingeschränkt. Das wird besonders augenfällig beim so genannten steifen Hals. Dabei wird die Halswirbelsäule, wie der Name bereits sagt, steif, so dass der Kopf nur noch unter Schmerzen bewegt werden kann. Noch augenfälliger sind die Auswirkungen beim so genannten Schiefhals, der seine Ursache sowohl in einer extrem verkrampften Muskulatur als auch in einer Blockade der Halswirbel haben kann.
Bandscheibenvorfälle an der Halswirbelsäule
Auch wenn die Bänder im HWS-Bereich besonders stark sind und die Bandscheiben normalerweise relativ gut schützen können, kommt es auch hier zu Bandscheibenvorfällen. Dabei besteht die Gefahr, dass wichtige Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden. Aus diesem Grunde ist es äußerst wichtig, den Vorfall rechtzeitig zu behandeln, um weitergehende Schäden zu vermeiden. Hierzu kann unter Umständen ein chirurgischer Eingriff notwendig werden. Während man früher oft die Halswirbel durch eine Versteifungsoperation zu stabilisieren versuchte, setzen sich in der letzten Zeit bewegungserhaltende Bandscheibenimplantate immer mehr durch – für die Betroffenen können diese einen erheblichen Zugewinn an Lebensqualität bedeuten. Generell sollte vor einem Eingriff ein erfahrener Operateur die Risiken und Chancen einer solchen Operation genau abklären und den Patienten entsprechend beraten.
Bei Verschleiß werden die Schmerzen häufig chronisch
Verspannungsbedingte Schmerzen haben in der Regel die „angenehme“ Eigenschaft, nach einiger Zeit wieder von selbst zu verschwinden, wenn die auslösende Ursache beseitigt ist. Mit einem chronischen Krankheitsverlauf ist dagegen zu rechnen, wenn den Schmerzen ein Verschleißprozess zu Grunde liegt. Solche Abnutzungsprozesse betreffen besonders häufig die Bandscheiben. Diese lagern mit zunehmendem Alter weniger Wasser ein und verlieren dadurch ihre Fähigkeit, Gewicht zu tragen oder Stöße abzufangen. Bis zu einem gewissen Grad sind Verschleiß und Abnutzung daher etwas durchaus Normales und auch nicht immer mit spürbaren Beeinträchtigungen verbunden. Häufig jedoch gehen die krankhaften Abweichungen über die alterstypischen Ausmaße hinaus. Das kann mit einseitiger und übermäßiger Belastung oder mit Verletzungen – etwa mit dem so genannten Schleudertrauma, wie es relativ oft bei Autounfällen auftritt – zu tun haben. Eine mögliche Auswirkung dieser Veränderungen besteht darin, dass die Gefäße im Halswirbelbereich eingeengt werden und die Blutversorgung von Gehirn und Innenohr eingeschränkt wird. Das kann über die schmerzhaften Folgen im Nacken- und Schulterbereich hinaus auch Migräne, Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen mit sich bringen.
Den ganzen Artikel lesen Sie wie immer in der aktuellen Ausgabe der ORTHOpress.
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