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Knie-Kreuzband-Meniskus-Patella aus ORTHOpress

Kreuzband, Meniskus & Patella:

Schwachpunkt Knie

Unser größtes Gelenk ist zugleich auch das anfälligste: Über drei Viertel aller Gelenkbeschwerden betreffen das Knie oder seine „Bestandteile“. Kein Wunder, denn kaum ein Gelenk leidet so sehr unter den verschiedensten Einflüssen. Dazu gehören Übergewicht oder falsches Schuhwerk genauso wie mangelnde Bewegung oder auch Überbeanspruchung.

Dabei ist die Konstruktion des Kniegelenks einmalig: Die für jeden Schritt notwendige Roll/Gleitbewegung wird durch zahlreiche Muskeln, Sehnen und Bänder möglich gemacht, welche in einem komplizierten Wechselspiel dafür sorgen, dass immer die maximal mögliche Stabilität gewährleistet ist. Ist allerdings dieses Regelwerk gestört, so kann dies gravierende Folgen haben und dazu führen, dass seine Funktion immer schlechter, im schlimmsten Fall gar nicht mehr gewährleistet ist.
Schwachpunkt Meniskus
Die halbmondförmigen Menisken gleichen Unterschiede zwischen Ober- und Unterschenkel aus und fungieren darüber hinaus als Stoßdämpfer. Früher schätzte man die Aufgabe der Menisken als eher unwichtig ein und nahm sie daher in einem kleinen Eingriff einfach heraus, wenn sie einmal beschädigt waren. Heute weiß man es besser: Besonders bei Leistungssportlern führt die Entfernung der Menisken in fast allen Fällen zur Kniearthrose. Man versucht daher heute, wann immer möglich, meniskuserhaltend zu operieren oder aber den Meniskus zu ersetzen. Dies geschieht entweder durch einen Spendermeniskus oder aber ein CMI-Meniskusimplantat. Dieses schwammartige Gewebe ähnelt von seiner Form her den Menisken und dient als Gerüst für einsprossendes Knorpelgewebe, welches einen Ersatzmeniskus bilden soll. Fast alle Meniskusoperationen werden heute arth- roskopisch durchgeführt.
Das Knie und seine Schwachstellen

Schwachpunkt Kreuzband
Die beiden Kreuzbänder (man unterscheidet vorderes und hinteres Kreuzband) limitieren die Bewegung der Gelenkflächen von Ober- und Unterschenkel gegeneinander. Sie sind sehr reißfest und machen einen Großteil der Gelenkstabilität aus. Entsprechend „wackelig“ fühlen sich die meisten Patienten auf den Beinen, wenn das Kreuzband (meist ist das vordere Kreuzband betroffen) einmal gerissen ist. Leider kann ein gerissenes Kreuzband aufgrund der Faserstruktur nicht wieder genäht werden, so dass man auf einen Ersatz angewiesen ist, entweder durch ein Spenderimplantat oder aber durch eine Kreuzbandplastik. Bei einer solchen Kreuzbandplastik entnimmt der Arzt ganz oder teilweise eine andere Sehne des Unterschenkels und präpariert diese so, dass sie die Aufgabe des früheren Originalkreuzbandes weitgehend übernehmen kann. Während bei Sportlern das Ersetzen eines gerissenen Kreuzbandes aufgrund der entstehenden Instabilitäten und der damit verbundenen Arthrosegefahr ein Muss ist, kann bei weniger aktiven Menschen möglicherweise darauf verzichtet werden. Man darf jedoch nicht außer Acht lassen, dass die Folge einer Instabilität durch einen nicht behandelten Kreuzbandriss ausgedehnte Meniskusläsionen und/oder Abscherfrakturen des Gelenkknorpels sein können. Generell sollte ein Eingriff in jedem Fall dann erfolgen, wenn das Instabilitätsgefühl zu einer dauerhaften Beeinträchtigung im Alltag führt.
Schwachpunkt Kniescheibe
Die knöcherne Kniescheibe (lat. Patella) hat nicht nur die Aufgabe, das Gelenk dahinter vor Beschädigungen zu schützen, sondern gewährleistet durch ihre Einbettung in die Patellasehne die Kraftübertragung vom Ober- zum Unterschenkel. Sie wird durch verschiedene Bänder und Sehnen an ihrem Platz gehalten, welche genau aufeinander abgestimmte Zugkräfte aufbringen. Ist das Zusammenspiel dieser Kräfte gestört oder hat die Kniescheibe eine „ungünstige“ Form, so kann es zu einem Herausspringen aus dem natürlichen Patellagleitlager kommen. Man spricht dann von einer Patellaluxation. Bei der chronischen Patellaluxation kommt es immer wieder zu dieser Situation, die für Betroffene äußerst schmerzhaft sein kann. Generell gilt wie bei jeder Ausrenkung, dass die Gefahr weiterer Luxationen von Mal zu Mal wächst. Wenn eine spezielle Trainingstherapie bzw. das Tragen einer Bandage (z.B. GenuTrack von Otto Bock) oder leichten Schiene das Problem nicht dauerhaft lösen, kann eine operative Patellazügelung der letzte Ausweg sein, bei der durch eine bestimmte Nahttechnik die Kniescheibe in ihrem Verlauf stabilisiert wird.
Schwachpunkt Knorpel
Der Gelenkknorpel ist einer der wichtigsten Bestandteile eines jeden Gelenks. Im günstigsten Fall ist er prall und elastisch – dann kann er seine Aufgaben am besten erfüllen. Er ist nicht nur Stoßdämpfer des Gelenks, sondern sorgt mit seiner glatten, porenlosen Oberfläche auch dafür, dass die Gelenkbewegung praktisch völlig reibungslos verläuft. Durch verschiedene Umstände kann es jedoch zu einem Rückgang oder gar stellenweise zu einem völligen Fehlen des Gelenkknorpels kommen. Dann ist die natürliche Funktion nicht mehr gewährleistet. Wenn schließlich Knochen auf Knochen reibt, spricht man von Arthrose. Das Gelenk lässt sich dann nicht mehr schmerzfrei bewegen, und oft lassen auch in Ruhe die Beschwerden nicht nach. Kleinere Knorpelschäden können heute durch Transplantation von Knorpel/Knochenzylindern beseitigt werden, die man an weniger belasteten Stellen (z.B. der Hinterseite) des Kniegelenks entnimmt. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, mit speziellen, der menschlichen Gelenkflüssigkeit nachempfundenen Hyaluronsäurepräparaten die Schmierung innerhalb des Gelenks zu verbessern, was die Schmerzen erheblich lindern oder sogar komplett beseitigen kann. Auch die Anregung neuen Knorpelwachstums durch Anfrischen der Knorpelglatzen bis in die blutführenden Schichten hinein (so genannte Abrasionsarthroplastik) hat sich bei vielen Patienten als probate Möglichkeit erwiesen, einen Gelenkersatz hinauszuzögern oder zu vermeiden. Ab einem gewissen Grad der Knorpelschädigung muss jedoch über einen Gelenkersatz nachgedacht werden. Dennoch ist dies heute kein Grund zur Verzweiflung mehr. So gibt es z.B. so genannte Schlittenprothesen, mit denen gezielt nur die Lauffläche ersetzt werden kann, die abgenutzt ist. Solche Prothesen können mit einem winzigen Schnitt minimal invasiv ins Gelenk eingebracht werden, ohne dass ein großer Eingriff notwendig wird. Trotzdem sollte der Einbau einer Endoprothese nicht vorschnell in Betracht gezogen werden, denn auch die besten Prothesen haben nur eine Standzeit von maximal etwa 15-20 Jahren. Danach wird in der Regel eine Wechseloperation fällig, die sowohl für den Arzt als auch für den Patienten ungleich aufwändiger ist.
von Arne Wondracek

Text Bilder aus ORTHOpress-das Publikumsmagazin

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Dr. med. Ulf Blecker
Facharzt für Orthopädie / Sportmedizin
Ambulante Operationen

- Seit 1995 niedergelassener Orthopäde und Sportmediziner
- jährlich 1400 – 1600 Operationen Schwerpunkt Kniegelenke
- mit wöchentlich 40 – 50 Ops und der Erfahrung aus mehr als 24.000 Knieoperationen
zählt er zu den führenden operativ tätigen Spezialisten in Deutschland
- seit 1992 DEG Düsseldorf Mannschaftsarzt
- seit 2007 Fortuna Düsseldorf Mannschaftsarzt
- Mannschaftsarzt Tennisnationalmannschaft der Damen
- Betreuung der Spitzenvereine in
einem Netzwerk von Spezialisten
aus anderen Fachgebieten

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