Ischias-Ischialgie aus ORTHOpress
Ischias-Ischialgie aus ORTHOpress
Was eigentlich ist “Ischias”
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Der charakteristische Schmerz kann viele Ursachen haben
Die größte gebündelte Ansammlung von Nerven in unserem Körper ist der Nervus ischiadicus, der Ischiasnerv. Von seiner Erscheinung und Ausdehnung her ähnelt der aus jeweils drei Nervenwurzeln im Lendenbereich entspringende Nerv einem Computerkabel, und das ist kein Wunder: Über die Hälfte aller Nervenimpulse laufen über diese Datenautobahn, die aus Tausenden feinster Nervenfasern besteht.
Dabei ist der Ischiasnerv verantwortlich für beinahe alle Funktionen, die in unseren unteren Extremitäten ablaufen, so auch z. B. für die „Ansteuerung“ der Muskeln, welche das Heben des Fußes und damit unser Gangbild beeinflussen.
Empfindlich gegen Reizungen
Er ist aber auch empfindlich gegen Reizungen: Schon eine Irritation des Nervs durch Kälte kann die typischen Beschwerden auslösen, die als „Ischiasschmerz“ beschrieben werden. Neben der Migräne, der Trigeminus-Neuralgie und der Lumbalgie gehört die Ischialgie zu den am häufigsten auftretenden chronischen Schmerzsyndromen. Sie ist gekennzeichnet durch einen knapp oberhalb der Gesäßhöhe entspringenden, oberflächlich ausstrahlenden Schmerz, der anders als beim Hexenschuss bis in den Oberschenkel zieht. Häufig ertaubt dabei auch die streifenförmige Hautpartie, unterhalb deren der Ischiasnerv verläuft. Vom Kreuzschmerz (Lumbalgie) unterscheidet sich die Ischialgie dadurch, dass sie meist einseitig auftritt. Treten die Symptome in Kombination auf, so spricht man von einer Lumbagoischialgie. Die Ursachen der Ischialgie können dabei verschiedenster Natur sein. Neben einer Einklemmung des Ischiasnervs (etwa durch Bandscheibenvorwölbung oder -vorfall) kommen auch chronische Reizungen als Unfallfolge bzw. nach einer Verletzung im Rahmen einer Operation vor. Eine besondere Form der Ischialgie ist die Ischiadicus-Neuralgie, bei der die Schmerzen anfallartig auftreten und manchmal nur wenige Sekunden andauern. Diese Nervenreizung kann z. B. nach einer Virusinfektion auftreten und in ihrer Behandlung sehr langwierig sein.
Behandlung der Ischialgie
Heute versucht man möglichst, die Schmerzen vor einer Chronifizierung wirksam zu bekämpfen. In jedem Fall sollte versucht werden, den Ursachen der Ischialgie auf den Grund zu gehen und diese – wenn möglich – auszuschalten. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Reizung durch einen Bandscheibenvorfall ausgelöst wird. Manchmal ist eine ursächliche Behandlung aber nicht oder nicht mehr möglich, zum Beispiel dann, wenn sich die Ischialgie als Folge einer Verletzung des Ischiasnervs ausgebildet hat. Dann kommt es im Wesentlichen darauf an, den Schmerz auszuschalten, um dem Betroffenen so viel Lebensqualität wie möglich zu bewahren. Bewährt haben sich dabei gezielt gesetzte Nervenblockaden mit lokalen Betäubungsmitteln, durch welche die Reizweiterleitung an bestimmten Stellen ausgeschaltet werden kann. Dabei erfolgt eine solche Nervblockade nicht wahllos: Durch vorhergehende gezielte Stimulation bestimmter Bereiche können unerwünschte Nebenwirkungen wie motorische Ausfälle vermieden werden. In einigen wenigen Fällen reicht aber auch eine solche zeitweilige Nervenblockade nicht aus. Hier gibt es heute die Möglichkeit, durch die Implantation einer Medikamentenpumpe oder auch eines so genannten Schmerzschrittmachers eine dauerhafte Lösung für den Patienten zu schaffen.
Neuritis als Diabetes-Folge
Häufiger Grund für eine Empfindungsstörung im Ischiasnerv ist darüber hinaus auch eine Neuritis, eine Entzündung des Nervs selbst. Diese hat aber in den seltensten Fällen ihre Ursache in einer Einwirkung von außen. Meist tritt sie im Rahmen einer durch Zuckerkrankheit (Diabetes) ausgelösten Polyneuropathie auf, aber auch Alkohol- und Drogenmissbrauch können mittelbar die Symptome auslösen.
von Arne Wondracek

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