Haarausfall-München
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Haarausfall
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» Haarausfall – die verschiedenen Formen
» Haarausfall und begleitende medikamentöse Therapie
» Haarausfall und rekonstruktive Haarchirurgie
» Der Wachstumsprozess nach der Haartransplantation
» Haarausfall – die richtige Bestimmung der Haarlinie
Haarausfall und Haarbiologie
Allgemein
Bereits im 3. Schwangerschaftsmonat fangen die Haarfollikel an, sich zu entwickeln. Wir werden mit durchschnittlich 100.000 Haarfollikeln auf unserem Kopf geboren. Auf einem Säuglingsköpfchen gibt es im Schnitt 1000 Haarfollikel pro cm². Im Alter von 25 Jahren ist diese Zahl bereits ziemlich gesunken bis auf ungefähr 500 Haarfollikel pro cm². Im Alter zwischen 30 und 50 Jahren hat die Haardichte abgenommen bis auf etwa 300 Haarfollikel pro cm² und es kommt häufig zu Haarausfall. Wenn es keinen Kahlungsprozess gibt, wird die Haardichte mit steigendem Alter leicht abnehmen. Die Haarfollikel wachsen in willkürlichen Grüppchen über die Kopfhaut verteilt. Diese Grüppchen werden als « follikuläre Einheiten » bezeichnet. Diese follikulären Einheiten enthalten zwischen 1 und 5 Haaren. Die durchschnittliche Anzahl Haare pro follikuläre Einheit liegt bei 2 bis 3 Haaren.
Die Anatomie des Haares
Ein Haar besteht aus Keratin, einem stark strukturierten Protein. Das ist dieselbe Art Protein, die für die obere Hautschicht und den Aufbau unserer Nägel verantwortlich ist. Keratin ist ein Molekül, das sich aus kleineren Einheiten, den Aminosäuren, zusammensetzt. Die Struktur dieser Aminosäuren kann man mit einer Kette vergleichen. Der Durchmesser einer einzelnen Haarsträhne variiert von einer Person zur anderen. Der mittlere Durchmesser liegt bei 0,05 bis 0,09 mm.
Der Haarfollikel
Die Haarwurzel ist der Teil des Haares, der sich im Follikel oder Haarbalg unter der Haut befindet. Sie ist der lebende Teil des Haares. Das Ende des Haarfollikels, Haarzwiebel genannt, ist der Teil, der in der Haut eingebettet ist. Unten in jeder Haarzwiebel befindet sich die Dermal Papilla, die verschiedene kleine Blutgefäße enthält. Im Inneren der Haut werden die Haarfollikel umhüllt von internen und externen Wurzelhüllen. Die externe Wurzelhülle eines Haarfollikels reicht bis in die Epidermis oder obere Hautschicht.
Der Haarschaft
Der Haarschaft ist der Teil des Haares, der über der Haut sichtbar und von der technischen Seite her gesehen tot ist – ohne Blutgefäße oder Nerven. Das erklärt auch weshalb wir keine Schmerzen haben wenn die Haare geschnitten werden.
Der Haarschaft besteht aus 3 Schichten:
Eine innere Schicht oder die Medulla (Mark) besteht aus weichem Keratin, welches nur in breiten, kräftigen Haaren vorkommt
Die mittlere Schicht, besser bekannt unter der Bezeichnung Kortex oder Rinde, ist zuständig für die Kraft, die Elastizität und die Textur der Haare. Die Kortex bildet auch die Substanz Melanin, die die natürliche Haarfarbe bestimmt.
Die äußere Schicht wird Cuticula oder Oberhäutchen genannt. Diese ist dünn und farblos und sie ist aus 6 bis 10 sich überlappenden separaten kleinen Schichten aufgebaut. Sie dient als Schutz der Cortex.
Der Haarwuchszyklus
Das Wachstum der menschlichen Haare läuft in Phasen ab und nicht alle Haare wachsen gleichmäßig und dauerhaft. Ein einzelner Haarzyklus besteht aus 3 Phasen:
Die aktive Wachstumsphase oder auch anagene Phase
Die erste Haarwachstumsphase wird auch als aktive Phase bezeichnet, weil die Haarwurzelzellen nur während dieser Phase Haar produzieren. Während dieser Phase befindet sich die Haarzwiebel unten in der Haut und wird dort bis zur Ruhephase bleiben. Ungefähr 85% aller Haare befinden sich gleichzeitig in der Wachstumsphase. Die anagene Phase oder Wachstumsphase kann etwa 2 bis 6 Jahre dauern. Die Haare wachsen im Schnitt ungefähr 10 cm pro Jahr, und ein einziges Haar kann mehr als einen Meter lang werden. Die behaarte Kopfhaut enthält zirka 1 Million Haarfollikel/Haarwurzel, aber es sind in der Regel nur 100.000 bis 150.000 Haare sichtbar. Man kann also schätzen wie groß der Anteil der nicht-aktiven Haarfollikel ist.
Die Zwischenphase oder catagene Phase
Am Ende einer Wachstumsphase befinden sich die Haare in einer Zwischenphase, die etwa 1 bis 2 Wochen dauert. Während dieser Zeit bereiten die Haarfollikel sich auf die Ruhezeit vor. Ungefähr 2% aller Haare befinden sich gleichzeitig in der Zwischenphase. Während dieser Phase wird die Haarproduktion eingestellt und der Haarfollikel schrumpft auf zirka 1/6 seiner normalen Länge.
Die Ruhephase oder telogene Phase
Diese Phase folgt der Zwischenphase und dauert durchschnittlich 5 bis 6 Wochen an. Die Haare wachsen während dieser Periode nicht, bleiben aber mit dem Follikel verbunden während die Dermal Papilla sich ganz unten in einer Ruhephase befindet. Ungefähr 13% aller Haare befinden sich gleichzeitig in der Ruhephase – dieser Prozentsatz kann jedoch von 4% bis 24% variieren.
Am Ende dieser Phase fällt das ältere Haar aus (Haarausfall in der telogenen Phase) und das neu gebildete Härchen bahnt sich einen Weg nach draußen, wo es einige Jahre bleiben wird. Die Haarzwiebel kehrt zurück zu ihrem Platz und das Haar wird gesund weiter wachsen. Während eines Menschenlebens wird sich dieser Haarwuchszyklus ab der Geburt im Schnitt 20 Mal wiederholen.
Haarausfall – die verschiedenen Formen
Alopecia androgenetica
(griechisch: Alopecia = Haarausfall, andro = männlich, genetica = genetisch bedingt)
Kahlheit nach dem männlichen Muster oder Alopecia androgenetica ist die häufigste Form des permanenten Haarausfalls. Diese Form der Kahlheit ist bei Männern großenteils erblich bedingt. Ungefähr die Hälfte aller Männer zwischen 25 und 40 Jahren kämpft mit Haarausfall.
Alopecia androgenetica bei Männern wird je nach Stärke der Kahlheit nach dem Index von Norwood Hamilton eingestuft. Dank dieser Klassifikation kann man bestimmen in welchem Stadium sich die Kahlheit befindet. Bei Männern beginnt die Kahlheit in der Regel an der Haarlinie in Höhe der Schläfen und oben am Scheitel. Meistens breitet sie sich solange weiter aus, bis schließlich nur noch ein „Krönchen“ übrig bleibt.
Mitverantwortlich für den Haarausfall ist das so genannte Dihydrotestosteron, kurz DHT genannt. Es wird mit Hilfe eines Enzyms (der 5-Alpha-Reductase) aus dem männlichen Hormon Testosteron gebildet. Vor allem das Haar am Scheitel erweist sich bei vielen Männern als besonders empfindlich auf dieses Hormon. Die Wachstumsphase des Haares wird verkürzt, dass Haar fällt frühzeitig aus.
Dies ist insoweit kein Problem, solange Haarausfall und Haarwachstum balanziert verlaufen, d.h. gleichviel Haare ausfallen wie neu wachsen. Erst wenn sich diese natürliche Balance verschiebt kommt es zum Haarausfall.
Alopecia androgenetica bei Frauen
Obwohl Alopecia androgenetica in der Regel die männliche Form der Kahlheit bezeichnet, können auch Frauen davon betroffen sein. Alopecia androgenetica bei Frauen wird nach dem Index von Ludwig eingestuft. Alopecia androgenetica bei Frauen ist gekennzeichnet durch einen dünner werdenden Haarschopf und ist oft ausschließlich auf die Oberseite des Kopfes konzentriert. Alopecia androgenetica bei Frauen ist lediglich in wenigen Fällen eine Indikation für eine verdeckte Erkrankung und tritt meistens erst während der Menopause auf. Wenn Alopecia androgenetica bei Frauen vor der Menopause entsteht, könnte eine Störung des Hormonhaushalts vorliegen. In dem Fall – vor allem bei übermäßiger Körperbehaarung und Akne – sollte man eine endokrinologische Untersuchung veranlassen, so dass die Ursache des Haarausfalls aufgespürt werden kann.
Anders als bei den anderen Formen von Haarausfall ist Alopecia androgenetica ein irreversibler Prozess. Haare, die einmal ausgefallen sind, werden nie mehr nachwachsen.
Alopecia areata
Bei den meisten Menschen, die an Alopecia areata leiden, fällt das Haar stellenweise aus und wächst dann von selbst innerhalb von 1 bis 2 Jahren wieder nach. Hier handelt es sich um ein unregelmäßiges Muster von Haarausfall, wobei kahle runde Stellen mit einem Durchmesser von etwa 2,5 bis 5 cm entstehen, die sich über die ganze Schädelfläche verteilen. Manchmal wachsen die Haare an der einen Stelle wieder nach, während sie an einer anderen Stelle wieder ausfallen. Bei Alopecia areata totalis – dies kommt nur bei einem geringen Prozentsatz der betroffenen Patienten vor – fällt das gesamte Kopfhaar aus. In den meisten Fällen beschränkt sich der Haarausfall auf die Kopfhaare, in manchen Fällen jedoch handelt es sich um Alopecia areata universalis. Bei dieser Form fällt sogar die ganze Körperbehaarung aus (z.B. Augenbrauen, Bart, Schamhaare). Alopecia areata ist wahrscheinlich eine Erkrankung des Autoimmunsystems, wobei der Körper selbst die Haare auf destruktive und manchmal endgültige Weise angreift. Der Körper betrachtet die Haare sozusagen als Fremdkörper und stößt diese ab. In vielen Fällen ist Alopecia areata ein irreversibler Prozess, der nicht heilbar ist. Letzteres vor allem, wenn Alopecia areata im Kindesalter entsteht oder wenn der Patient ebenfalls an anderen Erkrankungen des Immunsystems leidet (Schilddrüsenerkrankungen, Vitiligo, Allergien).
Alopecia cicatricialis und Pseudopelade Brocq
Alopecia cicatricialis ist eine Form von Haarausfall, die als Folge von Narbenbildung der (Kopf)haut entsteht. Es gibt eine Reihe von Gründen wie diese Narben verursacht werden können, darunter zum Beispiel: ein Unfall, Bestrahlung, Verbrennung, diverse Infektionen (u.a. Pilzinfektionen) oder eine angeborene Anomalie. Alopecia cicatricialis ist gut erkennbar, weil das Narbengewebe glatter ist und oft auch eine andere Farbe hat als die nicht befallene Haut.
Pseudopelade Brocq ist eine spezielle Form von Alopecia cicatricialis und ist möglicherweise die Folge eines Entzündungsprozesses der Kopfhaut, dessen Ursache meistens nicht bekannt ist. Es wird vermutet, dass die Ursache eine Störung des Autoimmunsystems ist.
Pseudopelade Brocq ist an einer Kopfhaut zu erkennen, die meistens weißer und glatter als üblich ist, an fehlenden Follikelöffnungen und an stellenweise auftretenden Narben.
Wenn die Krankheit sich in einem beginnenden aktiven Stadium befindet, sollte so schnell wie möglich ein Dermatologe zur Rate gezogen werden, um den Schaden zu begrenzen.
Alopecia diffusa
Die meisten Menschen erleben manchmal eine Phase, in der ein unerwartet übermäßiger Haarausfall auftritt. Man spricht in diesem Fall von Alopecia diffusa oder Effluvium. Der Haarausfall betrifft die ganze Kopfhaut und nicht einzelne Stellen, wie zum Beispiel bei Alopecia areata.
Die Zahl der Haare, die sich in der Ruhephase befinden ist hier höher als gewöhnlich. Die Kopfhaut zeigt meistens keine Rötung, Schuppung oder Entzündungsreaktionen.
Die Ursache von Alopecia diffusa braucht nicht unbedingt in der Haut zu liegen, sondern kann auch eine Stoffwechselstörung sein. Eine Schilddrüsenstörung, der Gebrauch von Arzneimitteln in hohen Dosen wie z.B. Vitamin A und Retinoide (von Vitamin A abgeleiteten Arzneien, die bei der Behandlung von Leukämie eingesetzt werden), Eisenmangel (strenge Schlankheitsdiät), Stress, erheblicher Vitaminmangel, die Einnahme bestimmter Medikamente und sogar eine Schwangerschaft können Alopecia diffusa verursachen. Der Haarausfall kann drei oder vier Monate nach der Krankheit oder sonstigen Leiden fortdauern. Die Behandlung von Alopecia diffusa zielt auf die Ursachen: die Einstellung der Medikamentendosierung, die Verbesserung der Essgewohnheiten oder die Kontaktvermeidung von bestimmten Stoffen.
Nach der Ursachenbekämpfung wird der Haarwuchs sich wieder regenerieren. Es ist jedoch möglich – vor allem wenn es sich um sehr starken Haarausfall handelte – dass der Haarwuchs nicht mehr vollständig zurückkehrt.
Alopecia traumatica
Alopecia traumatica stellt eine Haarausfall dar, der aufgrund externer Faktoren wie Entkrausung, Dauerwelle, Färbung, zu feste Bindung oder zu große Straffung der Haare nach hinten, zu Tage tritt.
Bei der Dauerwellenbehandlung kann der Gummizug des Wickels zu nah an der Haut platziert werden. Durch das Einwirken dehnt sich das Haar und kann brechen, wonach es wieder normal weiter wächst. Dies geschieht eher bei dünnem Haar. Wenn die Flüssigkeit unsachgemäß angewendet wird, kann Beschädigung der Haut und/oder der Haare auftreten.
Bei falscher Verwendung dieser ziemlich stark wirkenden Stoffe kann das Haar abbrechen.
Trockenheit, vor allem bei dünnem Haar, kann beim Färben zum Bruch der Haare führen.Haare werden umso empfindlicher je älter man wird und deshalb sollte man bei der Haarpflege im höheren Alter eine eventuelle Alopecia traumatica mehr berücksichtigen. Auch abgebrochene Haare können ausfallen, wodurch im Verhältnis mehr Haare ausfallen als nachwachsen. Das Haar wird deshalb noch dünner. Jede Person hat einen anderen Haartypus, der je nach dem für bestimmte externe Faktoren empfänglich ist.
Alopecia traumatica ist einfach zu erkennen, weil immer viele abgebrochene Haare zu sehen sind. Die Kopfhaut sieht normal aus, aber es gibt Abweichungen bei der Anzahl der Haare und der Art, wie diese aus der Kopfhaut wachsen.
Im Prinzip gibt es für Alopecia traumatica keine Behandlung. Man kann aber versuchen die Situation zu stabilisieren, indem das Haar nicht mehr straff zusammen gebunden wird oder indem das Haar keine Dauerwelle oder Färbung mehr erhält.
Trichotillomanie
Trichotillomanie (griechisch; thrix: Haar, tillein: ziehen und mania: gestört) ist faktisch keine Haarerkrankung. Sie wird durch eine Impulskontrollstörung verursacht, eine Art Drang, der sich äußert indem der Betroffene sich zwanghaft die eigenen Haare ausreißt. Das kann auf Dauer zu stellenweise Haarausfall führen. Meistens liegt eine psychische Erkrankung zugrunde. Trichotillomanie kommt sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern vor und ist also nicht altersgebunden. Siebzig bis neunzig Prozent der Patienten sind Frauen. Das Alter in dem Trichotillomanie auftreten kann ist unterschiedlich. Es sind Fälle von Kindern mit 2 Jahren oder sogar noch jünger bekannt, aber es sind ebenso Fälle von Personen um die 60 Jahre bekannt. Das Grundmuster des Haarausfalls bei Trichotillomanie kann dem von Alopecia areata sehr ähneln. Bei Trichotillomanie sind jedoch viele abgebrochene Haare sichtbar. Bei Alopecia areata gibt es dieses Symptom nicht. Für diese Erkrankung existiert keine medikamentöse Therapie, der Patient wird oft zu einem Psychologen oder Psychiater überwiesen. Aufhören mit dem Ziehen an den eigenen Haaren ist die einzige Lösung des Problems. Unter Umständen wurde den Haarfollikeln in der Zwischenzeit ein dauerhafter Schaden zugefügt, weshalb eine vollständige Regenerierung des Haarwuchses vielleicht nicht mehr möglich ist.
Haarausfall und begleitende medikamentöse Therapie
Aufgrund der Tatsache, dass der erblich bedingte Haarausfall einen dynamischen, lebenslangen Prozeß darstellt begleiten wir unsere Patienten auch über die Zeit der Behandlung hinaus.
Mittels unterschiedlicher Medikamente wie z.B. Finasterid, Dutasterid, Minoxidil oder ähnlich wirkender pflanzlicher Präparate können stabile Resultate über viele Jahre hinweg erreicht werden. Dieses sehr wichtige Thema wird in einem ausführlichen Beratungsgespräch eingehend erörtert.
Haarausfall und rekonstruktive Haarchirurgie
Ein Großteil der Haartransplantationen, die von Dr. Feriduni durchgeführt werden, sind rekonstruktive Haartransplantationen, bei denen nicht zufrieden stellende Ergebnisse früherer Behandlungen in anderen Kliniken korrigiert oder verbessert werden können.
Dank der FUE- und der FUT-Methode sowie des Einsatzes verschiedener Lasersysteme verfügen wir über die Möglichkeit u.a. Punchgrafts, fehlerhafte Haarlinien, Minigrafts und Narben von Reduktionen, Strips oder Kunsthaare zu korrigieren.
In der Regel können die bestehenden Transplantate oder Narben mit den Transplantaten einer rekonstruktiven Haartransplantation getarnt werden. Falls erforderlich, werden die bestehenden Transplantate sogar entfernt, in follikulären Einheiten umverteilt und anschließend in einem natürlichen Muster transplantiert.
Punchgrafts
Die Punchgraft-Methode ist eine der meist vorkommenden veralteten Techniken
Zur Bekämpfung von Haarausfall. Punchgrafts sind dicke Transplantate, die in Grüppchen von durchschnittlich 8 bis 10 Haaren umverteilt wurden. Dadurch ist die Dichte der Transplantate zu hoch und die Dichte ringsum viel zu niedrig. Diese werden oft in einem regelmäßigen Reihenmuster angeordnet, weshalb das Endergebnis sehr unnatürlich und unästhetisch aussieht. Wegen dieser Technik ist das Spendematerial des Patienten meistens sehr beschädigt und weist viel Narbengewebe auf. Je mehr Punchgrafts, desto größer die Beschädigung des Spendebereichs. Deshalb stehen in der Regel viel weniger gesunde Haare zur Verfügung um eine schöne und vollständige Rekonstruktion zu realisieren. Trotz alledem sind auch hier sehr gute Verbesserungen möglich.
Unnatürliche Haarlinien
Die Kreation einer schönen natürlichen Haarlinie ist eine der wichtigsten Elemente eines erfolgreichen Ergebnisses und zugleich eine wahre Herausforderung für den Haarchirurgen. Nichtsdestotrotz wird die Haarlinie in anderen Kliniken oft zu niedrig, zu rund oder zu gerade angebracht, so dass eine unnatürliche Wirkung entsteht.
Bei einer zu niedrigen Haarlinie können die Transplantate chirurgisch oder mit Hilfe von Lasersystemen entfernt werden. Es gibt jedoch keine Garantie, dass überhaupt keine Narben mehr sichtbar sein werden.
Eine zu gerade Haarlinie kann mittels einer rekonstruktiven Haartransplantation wieder hergestellt werden. Dabei ordnet man die follikulären Einheiten in einem unregelmäßigen Zickzack-Muster an. So wird die Haarlinie weicher und damit die Ausstrahlung wieder natürlich.
Minigrafts
Im Verlauf der Jahre haben sich die Techniken für Haartransplantationen extrem entwickelt. In den 60-er und 70-er Jahren wurden kleine Hauttransplantationen mit einem Durchmesser von 2,5mm bis 4mm durchgeführt, die so genannten Punchgrafts. In den 80-er Jahren löste die Mini-Mikrografting-Technik eine wahre Revolution aus. Die Transplantate wurden um die Hälfte bis ein Drittel kleiner als die Punchgrafts und setzten sich in der Regel aus 3 bis 5 Haaren zusammen. Dies war ästhetisch betrachtet schon eine erhebliche Verbesserung, aber mit der Entstehung der mikrochirurgischen Haartransplantation ist auch diese Technik mittlerweile überholt. Die Minigrafts können dank der Anwendung einer FUT- oder FUE-Methode vollständig verdeckt werden.
Haarausfall bekämpfen mit Nido- oder Kunsthaaren
In der Vergangenheit wurden regelmäßig Haarbehandlungen durchgeführt wobei künstliche Haare implantiert wurden. Diese Kunsthaare werden vom Körper nicht angenommen und folglich abgestoßen, was eine schlimme Narbenbildung zur Folge hat. Diese Narben können mit der FUT- oder FUE-Methode perfekt getarnt werden.
Narben von Reduktionen und Strips
Bei der Strip- oder Lappentechnik wird ein Hautlappen mit dem Haar frei präpariert und an eine kahle Stelle am Kopf verpflanzt. Bei dieser Methode entsteht einen „Defekt“ in den Bereichen, denen die behaarte Spenderhaut entnommen wurde, der sich optisch nur sehr schwer beheben lässt. Es besteht ebenfalls ein Risiko, dass der Hautlappen abgestoßen wird, wobei transplantierte Spenderhaut verloren geht. Außerdem verändert sich durch die Rotation die Richtung der Haarfollikel, so dass die Haare meistens in eine nicht gewünschte Richtung wachsen werden. Die unästhetischen Narben von Strips können meistens mit einer Narbenkorrektur und eventuell in Verbindung mit einer mikrochirurgischen Haartransplantation korrigiert werden.
Bei einer Reduktionsmethode oder “Alopecia Reduction“ wird ein Ballon unter der Kopfhaut mit dem um zu verteilenden Haar platziert. Dieser wird meistens nach drei Monaten entfernt. Der Ballon wird allmählich aufgepumpt, wodurch eine Kopfhautdehnung entsteht. Die behaarte Spenderhaut wird anschließend chirurgisch an kahle Bereiche des Kopfes verpflanzt. Wenn die Haut ausreichend flexibel ist, kann eine Reduktion auch ohne vorhergehende Gewebedehnung durchgeführt werden. Die Reduktionsmethode hinterlässt leider oft unästhetische Narben, die mit einer Rekonstruktion entfernt oder korrigiert werden können.
Da die Vorgehensweise dieser veralteten Methoden gegen Haarausfall oft sehr komplex ist, können wir dazu lediglich eine theoretische Meinung äußern. Ein persönliches Beratungsgespräch kann hier eher klären, welche Möglichkeiten es für eine rekonstruktive Haartransplantation gibt.
Der Wachstumsprozess nach der Haartransplantation
Der erste Monat
Die ersten Tage nach der Haartransplantation werden sich dünne Blutkrusten in Höhe der kleinen Einschnitte bilden. Parallel zur Entwicklung des Genesungsprozesses wird dieser Schorf immer heftiger jucken und sich schließlich teilweise in Schuppen lösen. Die meisten der transplantierten Haare werden sich während der zweiten und dritten Woche nach der Haartransplantation gemeinsam mit dem Schorf ablösen und ausfallen. Dies ist ein natürlicher Prozess. Die Haarwurzeln sind nach dem Eingriff durch eine verminderte Sauerstoffzufuhr geschwächt und stoßen die Haare, die sich noch in den transplantierten Wurzeln befinden, nach einigen Wochen ab. Da die Haarwurzeln lediglich geschwächt und nicht geschädigt sind, bilden sie wieder neue kräftige Haare, die nach etwa 4 bis 5 Monaten sichtbar werden. Wir weisen Sie darauf hin, dass in manchen Fällen, bei Verdichtungsbehandlungen, auch angrenzende Haare ausfallen können, die ebenfalls nach dieser Periode wieder sichtbar werden.
Vom dritten bis zum fünften Monat
Ab dem dritten Monat nach der Haartransplantation wird der Patient spüren, dass sich neue junge Härchen bilden. Manchmal bilden sich unter der Haut kleine Pickel, die vom Patienten oft als störend empfunden werden können. Dies ist jedoch Bestandteil des Wachstumsprozesses bei dem die neuen Haare versuchen, sich einen Weg nach draußen zu bahnen. Ab dem vierten oder fünften Monat nach der Behandlung werden schon etliche neue Haare zu sehen sein. Sie sind zunächst noch dünn und flachsartig, werden aber während des fortschreitenden Wachstumsprozesses immer dicker und fester.
Nach einem Jahr
Das vollständige Endergebnis der Haartransplantation kann – vom medizinischen Standpunkt aus gesehen – erst nach 12 Monaten beurteilt werden. Das transplantierte Haar wird genau wie das natürliche Haar wachsen und verlangt keine spezielle Pflege. Da wir das Ergebnis der Haartransplantation und die Zufriedenheit des Patienten für äußerst wichtig erachten, versuchen wir den Wachstumsprozess so gut wie möglich zu verfolgen. Der Patient kommt in der Regel nach 2 Wochen, 3 Monaten, 6 Monaten, 9 Monaten und 1 Jahr nach der Behandlung zur Sprechstunde des behandelnden Chirurgen. Es werden dann Fotos erstellt, die der Patientenakte beigefügt werden. Bei der Schlusskontrolle (nach 1 Jahr) bekommt der Patient ein Exemplar dieser Fotos, zusammen mit einem Foto, das vor der Behandlung genommen wurde. So kann der Patient erkennen in weit sich der Haarausfall vermindert hat.
Haarausfall – die richtige Bestimmung der Haarlinie
Für eine erfolgreiche Haartransplantation sind die Kreation der Haarlinie und die Berücksichtigung des natürlichen Haarwuchses sehr wichtige Elemente und dadurch gleichzeitig auch eine große Herausforderung für den Haarchirurgen. Die Haarlinie ist ausschlaggebend für das Ergebnis der Haartransplantation. Sie ist sozusagen die Unterschrift des behandelnden Chirurgen. Die Arbeit des Haarchirurgen ist dabei fast künstlerisch. Je größer die Erfahrung und Fachkunde, desto natürlicher wird die Wirkung der neuen Haarlinie sein. Die Gestaltung der neuen Haarlinie erfordert eine umfassende Beratschlagung zwischen Patient und Chirurg.
Patienten neigen oft dazu eine zu niedrige Haarlinie zu wollen. Es ist jedoch sehr wichtig eine Haarlinie zu kreieren, die sowohl in jüngeren, wie auch in älteren Jahren angemessen ist.
Ein älterer Mann mit einer zu niedrigen Haarlinie wirkt nicht natürlich, er wird eher einem Neandertaler gleichen. Das beweist die Wichtigkeit eines geeigneten Haarlinienentwurfes für jeden Patienten, ungeachtet seines Alters. Der Haarchirurg wird den Vorteil und den Wert einer eher konservativen Haarlinie betonen, eine Haarlinie, die sowohl jetzt als auch noch Jahre nach der Behandlung natürlich wirken wird. Es ist auch einfacher eine höhere Haarlinie zu senken als umgekehrt.
Eine hohe Haarlinie kann schließlich während einer zweiten Behandlung bequem gesenkt werden, indem follikuläre Einheiten der bestehenden Linie hinzugefügt werden. Um ein ästhetisch zu verantwortendes Ergebnis zu bekommen, werden in den ersten 0,5–1,5 cm der ‚Transition Zone’ (~ Übergangszone zwischen Haut und Haar) nur ‚Single Grafts’ (~ Transplantate mit jeweils 1 Härchen) verwendet, die in einem unregelmäßigen Zickzack-Muster angeordnet werden. Die ‚Defined Zone’ befindet sich unmittelbar hinter der ‚Transition Zone’ und ist etwa 2 bis 3 cm breit. Die ‚Double Hair Grafts’ (~ Transplantate mit jeweils 2 Härchen) werden in der ‚Defined Zone’ benutzt, um sich so der natürlichen Dichte der Haarlinie anzunähern. Die ‚Triple Hair Grafts’ (~ Transplantate mit jeweils 3 Härchen) werden meistens verwendet, um die kahl werdenden Zonen oben am Scheitel auszufüllen oder um die ‚Defined Zone’ zu verdichten.
Haarausfall vermeiden durch PROPECIA®
In neun von zehn Fällen ist ein zunehmender Haarausfall erblich bedingt. Mitverantwortlich für die Kahlheit ist das so genannte Dihydrotestosteron, kurz DHT genannt. Es wird mithilfe eines Enzyms (dem 5-Alpha-Reduktase) aus dem männlichen Hormon Testosteron gebildet.
Die Wirkung von DHT auf die Haarwurzeln
DHT beeinflusst die Wachstumsphase des Haares. Zudem ist das Absterben der Haarwurzel und eine Zunahme der Anzahl an so genannten Flauschhaaren festzustellen.
Wie wirkt PROPECIA® gegen Haarausfall?
Die Entdeckung des Enzyms 5-Alpha-Reduktase bietet neue Behandlungsmöglichkeiten. Wenn es nämlich gelingt, das Enzym abzuwehren und zu unterdrücken, kann der Mann seinen erblich bedingten Haarausfall mithilfe von Medikamenten behandeln.
Zur Verdeutlichung : PROPECIA kommt nicht im Hormonhaushalt vor ! Das männliche Hormon Testosteron wird von PROPECIA nicht beeinflusst ! PROPECIA bremst lediglich die Wirkung des Enzyms 5-Alpha-Reduktase und reduziert dadurch die Konzentration von DHT in der Kopfhaut.
Damit hilft PORPECIA, ein weiteres Absterben der bestehenden Haarwurzeln zu verringern. Bereits abgestorbene Haarwurzeln werden wieder zur Bildung fester Haare stimuliert.
Nebenwirkungen
Ein Sprichwort lautet: "Wasch mich, aber mach mich nicht nass!” Jeder weiß, dass dies ein unerfüllbarer Wunsch ist und das gilt auch für viele Medikamente.
Jedes Medikament kann neben der gewünschten positiven Wirkung auch Nebenwirkungen haben.
Es werden sicherlich immer zielgerichtet wirksame Medikamente entwickelt, so dass Nebenwirkungen dadurch reduziert werden können.
In klinischen Studien klagten nur 3,8 % aller Männer über sexuelle Nebenwirkungen, die zusammen mit der Einnahme von PROPECIA stehen (siehe auch den Bericht über die klinischen Studien).
Diese Nebenwirkungen traten in jedem Fall während des Behandlungszeitraums auf und waren lediglich befristet bzw. nach dem Absetzen von PROPECIA wieder verschwunden.
Die Anwendung von PROPECIA
Im Allgemeinen ist eine tägliche Einnahme einer Tablette während eines Zeitraums von mindestens drei bis sechs Monate nötig, bevor eine Wirkung sichtbar wird.
Um die Wirkung optimal zu unterstützen, muss PROPECIA ständig eingenommen werden.
Hierbei ist eine regelmäßige Kontrolle durch Ihren Hausarzt erforderlich. Es gibt im Übrigen einige Behauptungen, die sich hartnäckig halten, die aber eindeutig nicht der Wahrheit entsprechen
- kurz geschnittenes Haar wächst schneller als lange Haare;
- dünnes, feines Haar wird durch regelmäßiges Schneiden dicker;
- Haarwurzeln können durch Vitamine stimuliert werden.
Haarausfall stoppen mit PROPECIA – Bericht über die klinischen Studien
Es wurden 3 klinische Studien mit 1879 Männern im Alter zwischen 18 und 41 Jahren mit Finasteride 1 mg (PROPECIA®) durchgeführt. Die Männer in diesen Studien litten an leichtem bis mäßigen, aber nicht vollständigen Haarverlust. Zwei der Studien untersuchten den Haarausfall im Wirbelbereich, die dritte Studie untersuchte den Haarausfall vorn und mitten auf dem Kopf.
In den Studien mit Haarausfall im Wirbelbereich trat bei 86 % der Männer, die mit Finasteride behandelt wurden, kein weiterer Haarausfall auf oder nahm die Anzahl der Haare zu. Bei nur 14 % war nach 12 Monaten weiterer Haarverlust aufgetreten, gegenüber 58 % der Männer, die ein Placebo (Scheinmedikament) erhielten.
Eine Zunahme des Haares trat bei 48 % der Männer auf, die während 12 Monaten Finasteride erhielten. Bei den Männern, die ein Placebo einnahmen, war dies nur 7 %. In der dritten Studie, bei 326 Männern (im Alter zwischen 20 und 41 Jahren) mit Haarausfall vorn und mitten auf dem Kopf resultierte die Behandlung mit Finasteride in einer Zunahme des Haarwuchses bei 37 % der Männer gegenüber 7 % mit einem Placebo. In klinischen Studien wurde Finasteride ausgezeichnet vertragen. Das allgemeine Verträglichkeitsprofil von Finasteride stimmte mit dem des Placebos überein. Die Anzahl der Ausfälle wegen der Nebenwirkungen betrug 1,7 % bei Finasteride und 2,1 % bei Placebos.
Die meisten festgestellten Nebenwirkungen waren: verminderte Libido: 1,8 % bei Finasteride und 1,3 % bei Placebos; Erektionsstörungen: 1,3 % bei Finasteride und 0,7 % bei Placebos; geringere Ejakulationsmenge: 0,8 % bei Finasteride und 0,4 % bei Placebos. Bei einer übergroßen Mehrheit der Männer (96 %), die Finasteride einnahmen, wurden diese Nebenwirkungen auf sexuellem Gebiet nicht festgestellt. Bei den Männern, bei denen sie wohl vorkamen, verschwanden sie nach Beendigung der Therapie. Zudem verschwanden die Nebenwirkungen auch bei vielen Patienten, die es vorzogen, mit der Therapie weiter zu machen. Die Therapie mit Finasteride bestand aus ein Mal täglich eine Tablette von 1 mg. Nach der Registrierung wird PORPECIA nur auf Rezept erhältlich sein. Bis heute ist PORPECIA unter anderem in den USA, Deutschland, Mexiko, Neuseeland, Schweden, Finnland, Dänemark, Portugal und Italien zugelassen.
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