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Fußdeformationen – Fußerkrankungen

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| Der Hallux Valgus | Der Hallux rigidus | Der Hammerzeh | Der Krallenzeh |
Gebt der Basis, was sie braucht
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Der Fuß und seine Form
Wer mit beiden Beinen im Leben stehen will, braucht gesunde Füße. Anders als unsere Urahnen, die sich mit Flossen im Wasser fortbewegten, oder unsere näheren Vorfahren, die Primaten, die sich mit ihren Armen von Ast zu Ast schwangen, benötigen wir ein stabiles Fundament, um in der Welt voranzukommen. Egal ob wir gehen, laufen, hüpfen, springen, tanzen oder klettern – stets benötigen wir eine sichere Basis, um unsere manchmal zentnerschweren Körper im Gleichgewicht zu halten und vor unvorhergesehenen Stürzen zu bewahren.
Das Skelett des menschlichen Fußes gliedert sich in Fußwurzel, Mittelfuß und Zehen. Zusammengesetzt aus 28 Knochen und 33 Gelenken und durch zahlreiche Muskeln, Bänder und Sehnen gestützt, ermöglicht es sowohl eine flexible Beweglichkeit als auch einen festen Stand. Man könnte den Fuß auch als eine Art Sockel für das gesamte menschliche Skelett bezeichnen. Denn indem er über das obere Sprunggelenk mit dem Schien- und Wadenbein verbunden ist, beeinflusst er die Haltung des Unterschenkels und indirekt auch die Position von Knie, Oberschenkel, Becken und Wirbelsäule. Darüber hinaus werden mit Hilfe zahlloser Nerven Impulse in alle Bereiche unseres Körpers ausgesendet.
Jeder Fuß ist anders
Über seine rein anatomische Funktion hinaus besitzt der Fuß besondere ästhetische und auch erotische Qualitäten. Seit Jahrhunderten werden die Dichter nicht müde, den Reiz wohlgeformter Frauenfüße zu preisen. Das hängt auch damit zusammen, dass die Frauenbeine auf Grund der Mode lange Zeit nahezu vollständig verhüllt wurden und den Blicken der Männer nur hin und wieder ein „niedliches Füßchen“ preisgegeben wurde. Nun ist keineswegs jeder Fuß gleich. Vielmehr spiegelt sich in den Besonderheiten seiner Form die ganze Individualität eines Menschen. Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Fußtypen. Die verbreitetste Form ist die ägyptische, bei der die Zehenspitzen eine schräg abfallende Linie bilden. Als Carré wird ein Typ bezeichnet, dessen große und zweite Zehe gleich lang sind. Wenn dagegen die zweite Zehe die Großzehe überragt, spricht man von einem griechischen Fuß.
Typische Fußdeformationen
- Der Senk- und Plattfuß: Jeder fünfte Deutsche hat entweder Platt- oder zumindest Senkfüße, die Vorform des Plattfußes. Sie entstehen, wenn das Längsgewölbe der Füße allmählich flacher wird und sich das Körpergewicht immer mehr auf den Vorfuß verlagert.
- Der Spreizfuß: Wie weit es sich bei dieser Normvariante, die darauf zurückzuführen ist, dass die Mittelfußköpfchen auseinander streben, tatsächlich um eine Erkrankung handelt, ist heute umstritten. Wenn zugleich eine unphysiologische Belastung zu Schmerzen im Vorfußbereich führt, spricht man von einer Metatarsalgie.
- Der Fersensporn: Wenn sich unter der Ferse zu viel Knochensubstanz in Form eines Sporns oder Widerhakens bildet, kann das sehr schmerzhaft sein. Auslöser können Überlastung oder falsches Schuhwerk sein. Mit Hilfe von Fersenkissen mit Locheinlage unter der betroffenen Stelle, Polsterung und entzündungshemmenden Medikamenten lassen sich die Beschwerden lindern.
- Der Hallux rigidus: Dabei handelt es sich um einen Verschleiß des Zehengrundgelenks auf Grund übermäßiger Belastung. Bei fortschreitender Abnutzung der knorpeligen Gelenkflächen werden die Schmerzen zunehmend größer, bis das Gelenk immer unbeweglicher wird. Flache Schuhe mit abgerundeter Holzsohle können Erleichterung verschaffen. In gravierenden Fällen muss eine Operation erwogen werden.
- Der Hallux valgus: Diese Verformung, umgangssprachlich auch Ballenzeh genannt, ist die häufigste Zehenfehlstellung beim Menschen. Begünstigt wird sie durch eine Bindegewebsschwäche, Rheuma oder Verletzungen. Die Hauptursache besteht jedoch in spitzen Schuhen, die die große Zehe in eine unnatürliche, seitliche Richtung zwängen. Der Ballen muss nach außen ausweichen, während der große Zeh sich nach innen dreht und immer mehr aus seiner Achse gerät. Die Betroffenen sollten auf jeden Fall auf enge Schuhe mit hohen Absätzen verzichten. Ratsam sind Einlagen, die das Fußgewölbe unterstützen, sowie Fußgymnastik und Barfußlaufen. Ob ein operativer Eingriff als Ausweg gewählt wird, sollte nicht von kosmetischen, sondern ausschließlich von medizinischen Kriterien abhängen.
Wenn der Schuh zum Hemmschuh wird
Vor allem Frauen sehen in ihren Füßen oft wahre Schmuckstücke, die es in schicken und raffinierten Schuhen auszustellen und zu präsentieren gilt. Leider schaden gerade solche Schuhe den Füßen, die als besonders modisch betrachtet werden. Wenn wir uns in zu enge, spitze oder harte Schuhe zwängen, werden die Zehen gequetscht. Dadurch erhöht sich das Risiko für Fuß- und Nagelpilzerkrankungen. Auch die Höhe der Absätze spielt eine entscheidende Rolle. Hochhackige Pumps mögen zwar hervorragend aussehen, können aber zu verhängnisvollen Einflüssen auf die gesamte Körperstatik führen. Beim Kauf eines Schuhs sollten daher nicht nur ästhetische, sondern auch gesundheitliche Aspekte eine Rolle spielen. Einige Tipps können dabei hilfreich sein:
- Kaufen Sie erst nachmittags ein, denn dann sind Ihre Füße stärker geschwollen als am Morgen und Sie laufen keine Gefahr, dass die Schuhe zu eng sind.
- Im Stand und bei voller Belastung darf der große Zeh nicht vorne anstoßen und sollte noch ca. einen Zentimeter Spielraum haben.
- Der Schuh sollte so breit sein, dass die Zehen nebeneinander liegen und deutlich zur Seite und nach oben bewegt werden können.
- Die Absätze sollten nicht mehr als vier Zentimeter hoch sein. Ansonsten wird zu viel Gewicht auf den Fußballen verlagert. Sind die Schuhe vorne eng, führt das dazu, dass die Zehen zusammengepresst und die Achillessehnen verkürzt werden.
- Wählen Sie Schuhe mit atmungsaktivem Material, das die Feuchtigkeit des Fußes schnell wieder ableitet.
Zuwendung lohnt sich
Die beste Fortbewegungsart ist das Barfußgehen, da die Füße so ganz natürlich abrollen können und die Muskulatur gezwungen ist, mehr zu arbeiten. Dies lässt sich jedoch in unseren Breitengraden nur bedingt umsetzen. Wenn wir jedoch schon den großen Teil des Tages dazu gezwungen sind, unsere Füße in ein mehr oder weniger enges Gehäuse zu zwängen, sollten wir ihnen zumindest in den eigenen vier Wänden ein gewisses Maß an Erholung gönnen. Das kann geschehen, indem wir die Füße massieren oder mit einer Creme einreiben, ein Fußbad nehmen oder einfach bequeme Hausschuhe anziehen. Der Lohn für diese liebevolle Zuwendung wird nicht lange auf sich warten lassen. Er besteht in Entspannung, allgemeinem Wohlbehagen und einer verbesserten Lebensqualität.
von Klaus Bingler-Orthopress
Text Bilder aus ORTHOpress-das Publikumsmagazin
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