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Der kindliche Fuß aus ORTHOpress
Der kindliche Fuß
Angeborene oder erworbene Fußfehlstellungen sind häufig ein Grund für besorgte Eltern, sich mit ihren Kindern in einer Spezialsprechstunde beim Kinderorthopäden vorzustellen. Meist können die Ärzte beruhigen.
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Bereits im Krankenhaus direkt nach der Geburt wird geprüft, ob eine Fußfehlstellung beim Säugling vorliegt. Hier zeigt sich, dass Neugeborene öfters eine abweichende Fußstellung aufweisen – z. B. die Hackenfußhaltung, bei der die Hacke/Ferse in Verlängerung des Unterschenkels durchgestreckt wird, wobei die Zehen nach oben gezogen werden –, die jedoch nicht immer behandlungsbedürftig ist. So heilen Fehlstellungen, die weich und problemlos per Hand zu korrigieren sind, in der Regel aus, während feste Fehlstellungen erheblich aufwendiger konservativ oder operativ behandelt werden müssen.
Die Therapie vieler Fehlstellungen besteht überwiegend in der Verordnung von Einlagen und Krankengymnastik, bei einigen Neugeborenen und Säuglingen werden korrigierende Schienen oder Gipsverbände angelegt. Eine Sonderform in der Behandlung stellt der Klumpfuß dar, der ein- oder zweiseitig auftreten kann. Je nach Schwere der Erkrankung kann er eine oder mehrere unterschiedliche Fehlhaltungen (s. Bilder) aufweisen:
Durch die verkürzte Achillessehne wird die Ferse hochgehoben, während die Zehen nach unten zeigen (Spitzfuß).
Die Ferse ist zur Körpermitte hin gedreht (Varusstellung der Ferse),
Der Fuß ist wie eine Mondsichel gebogen (Sichelfuß). Vorfuß und Zehen sind nach innen gebogen, während der Fußrand gekrümmt ist.
Die Wadenmuskulatur ist nur schwach ausgeprägt.
Kinderfüße wandeln sich während des Wachstums stetig und unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von einem „erwachsenen“ Fuß. Kinderfüße sind weicher, verformbarer und besitzen eine noch nicht vollständig entwickelte Empfindungsfähigkeit – dieses fehlende Empfinden wird Erwachsenen oftmals deutlich, wenn Kinder in viel zu kleinen Schuhen laufen, ohne über Schmerzen zu klagen. Auch werden erst im Laufe der kindlichen Entwicklung die knorpelig angelegten Fußskelettstrukturen verknöchert. Tatsächlich kommen rund 98 % aller Babys mit gesunden Füßen zu Welt – erst im Alter zeigt sich, was unsere Füße im Laufe eines Lebens mitmachen, z. B. schlecht sitzende Schuhe und zu wenig Bewegung.Zur konservativen Behandlung des Klumpfußes haben sich besonders Gipsschienen bewährt, die den Fuß nach und nach wieder in seine richtige Form bringen (Redression). Gute Erfolge können z. B. mit der Methode nach Ponseti erreicht werden, bei der ab der zweiten Lebenswoche mit Gipsschienen begonnen wird. Diese werden wöchentlich angepasst, bis nach ca. 6 bis 8 Gipsschienen eine korrigierte Fußhaltung erreicht ist. Mitunter zeigt sich im Röntgenbild jedoch noch eine leichte Spitzfußstellung, sodass ein kleiner Eingriff an der Achillessehne notwendig werden kann. In einem solchen Fall wird unter Vollnarkose mittels eines minimalen Schnittes die Achillessehne eingekerbt.Häufige Fußdeformitäten, die auch bereits im Kindesalter auftreten können:
Spreizfuß: Das Quergewölbe des -Fußes sinkt in sich zusammen, sodass die Zehen auseinanderspreizen. Beim Gehen verteilt sich die Hauptbelastung nun auf den 2. und 3. Mittelfußknochen. Zu erkennen ist dies an der Schwielenbildung in diesem Bereich.
Knickfuß: Bei dieser Fehlstellung senkt sich der Rückfuß nach innen ab, wodurch der Fuß in Richtung Körpermitte knickt – häufig geschieht dies im Verbund mit einem Spreizfuß. Die insgesamt unstabile Fußstellung stellt eine große Belastung für das Sprunggelenk dar, weshalb eine Stabilisierung des Fußes mittels Einlagen oft notwendig wird.
Senkfuß: Er zeichnet sich durch ein Absinken des Längsgewölbes aus, sodass der Fuß flach aufliegt. Umgangssprachlich spricht man nun von Plattfüßen. Der Senkfuß ist oftmals eine Folge des Spreizfußes (Senk-Spreizfuß). Die Behandlung des Senkfußes beinhaltet neben der Einlagenversorgung auch Fußgymnastik, durch welche die Fußmuskulatur wieder gekräftigt werden soll. Auch empfiehlt es sich, möglichst oft barfuß zu gehen, was besonders bei Kindern im Sommer beliebt ist.
Hohlfuß: Er ist das genaue Gegenteil vom Senkfuß. Das Fußgewölbe ist unnatürlich hochgezogen, wodurch der größte Teil keinen Kontakt zum Untergrund hat. Dadurch kommt es zu Höchstbelastungen der Zehen und der Ferse bei gleichzeitiger Verkürzung der Muskulatur, worunter auch die Fußstabilität leidet. Ein sehr stark ausgeprägter Hohlfuß (Grad III) kann in einen sogenannten Spitzfuß übergehen. Je nach Schwere der Fehlstellung werden orthopädische Einlagen und Krankengymnastik verschrieben, in besonders schweren Fällen muss jedoch über eine Operation nachgedacht werden.
Physiologischer oder kindlicher Knick-Senkfuß: Er tritt bei Kindern in den ersten Lebensjahren mit Laufbeginn auf und ist auf die unterschiedlichen anatomischen Gegebenheiten zurückzuführen und somit zunächst kein Grund zur Sorge! Lediglich, wenn die Kinder auffällige Probleme beim Gehen haben oder die Füße sich mit Beginn des ersten oder zweiten Schuljahres noch nicht normalisiert haben, sollte mit einer Behandlung begonnen werden.
Die Behandlung ist mit ca. 4 Jahren abgeschlossen
Im Anschluss an die Gipsbehandlung müssen die Kinder zur Fixierung der richtigen Fußhaltung eine Klumpfuß-Orthese tragen. Sie besteht aus kleinen Schuhen, die über eine Schiene miteinander verbunden sind. Auf den ersten Blick sieht es fast so aus, als trügen die Kinder ein kleines Snowboard an den Füßen. In den ersten Monaten muss die Orthese nahezu rund um die Uhr (ca. 23 Std.) getragen werden, in den Folgemonaten wird die Tragezeit dann immer weiter verkürzt (schließlich nur noch beim Schlafen).
Simone Ernst
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