Der-Leistenschmerz

Der Leistenschmerz aus ORTHOpress

Der Leistenschmerz

Nicht immer ist die Ursache sofort erkennbar

Seit Wochen hat Jens Gerholt einen stechenden Schmerz in der Leiste. Erst einmal denkt der 18-jährige Auszubildende im Garten- und Landschaftsbau an einen Leistenbruch: „Natürlich hält man sich nicht immer optimal, wenn man ein paar Sträucher ausmachen und verladen muss.“ Aber Fehlanzeige – weder ist eine Bruchpforte tastbar, noch lässt sich diagnostisch bei dem begeisterten Hobbyfußballer eine Hernie nachweisen. Der Hausarzt ist zunächst ratlos und tippt auf eine Zerrung: „Langsam weitertrainieren – in ein, zwei Wochen ist das sicherlich vorbei.“

Ist es aber nicht. Erst ein Besuch beim Orthopäden bringt die wahre Ursache der Beschwerden ans Tageslicht. Jens Gerholt leidet an einer teilweisen Ablösung der Epiphyse am Hüftkopf. Dieser Wachstumsbereich des Oberschenkelknochens ist bei Jugendlichen besonders anfällig für Verletzungen. Überlastungen bei bestimmten sportlichen Aktivitäten können dazu führen, aber auch angeborene Beinlängendifferenzen oder Übergewicht. Jens Gerholt hat Glück im Unglück: Eine sportliche Ruhepause und eine individuell angepasste Physiotherapie haben innerhalb weniger Monate bei ihm völlige Beschwerdefreiheit hergestellt. Klassisch verläuft dagegen der Leistenbruch von Ariane Olligschläger. In den ersten Wochen misst die 60-jährige Unternehmerin der Schwellung unterhalb des Leistenbandes keine große Bedeutung bei, die nach einer längeren Fahrradtour auftritt: „Ich dachte, das ist einfach Überanstrengung, ich bin ja nicht mehr die Jüngste.“ Die kleine Beule bildet sich jedoch auch nach einiger Zeit nicht zurück. Vom Arzt erfährt sie, dass es sich um eine so genannte Schenkelhernie handelt. Diese Form des Leistenbruches ist für Frauen besonders typisch: Über 90 % aller Leistenbrüche können bei ihnen dieser Form zugerechnet werden. Das liegt daran, dass bei Frauen der Bereich des dünnsten Bindegewebes an einer anderen Stelle als bei Männern liegt.
Schenkelhernien sind meist nicht reponibel
Unglücklicherweise ist dieser Umstand aber auch dafür verantwortlich, dass sich Leistenbrüche bei Frauen nur selten wieder zurückbilden – Schenkelhernien sind praktisch nie reponibel. Sie müssen daher in aller Regel operiert werden. Darüber hinaus sind sie wesentlich schmerzhafter als Leistenhernien.
Praktisch keine Rückfälle bei neuen OP-Verfahren
Ariane Olligschläger ist bereits nach einem kurzen Eingriff wieder zu Hause. Ihre Bruchpforte ist mit einem Netz aus Polypropylen verschlossen worden. Ein erneutes Auftreten der Hernie ist bei mit diesem Verfahren operierten Patienten sehr selten – sie wird also bald wieder die nächste Radtour antreten können.
Schnelle Diagnose wichtig
Der Fall zeigt, wie wichtig eine schnelle und richtige Diagnose ist, um späteren Folgeschäden vorzubeugen. Denn mit anhaltendem Leistenschmerz ist unter gar keinen Umständen zu spaßen: Zwar gibt es bei Kindern den ab und zu auftretenden „Wachstumsschmerz“, der keiner Behandlung bedarf – im Jugend- und Erwachsenenalter sollte aber immer abgeklärt werden, ob sich nicht vielleicht eine schwerere Erkrankung dahinter verbirgt. In vielen Fällen hilft die Verlegenheitsdiagnose „Adduktorenprobleme“ oder „weiche Leiste“ nicht weiter.
Leistenschmerz ist nicht gleich Leistenschmerz
Während es dem Laien mitunter schwerfällt, verschiedene Schmerzzustände an der Leiste voneinander abzugrenzen, kennt der geschulte Orthopäde die Symptome der möglichen Verletzungen oder Krankheiten genau: „Oft wird übersehen, dass die Beschwerden nicht vom Sehnenansatz der Adduktoren am Schambein ausgehen, sondern vom Hüftgelenk selbst. Gerade bei Kontaktsportarten kann es durch Verdrehen der Hüfte oder einen direkten Schlag (z. B. Sturz auf die Hüfte) zu Verletzungen der Gelenklippe am Pfannenrand des Hüftgelenkes kommen“, sagt etwa Dr. Manfred Lais aus Freiburg. „Durch eine genaue körperliche Untersuchung, entsprechende spezielle Röntgenaufnahmen sowie eine Kernspinuntersuchung lassen sich die Ursachen jedoch in aller Regel herausfinden.“
Oft liegen die Ursachen im Kindesalter
Auch ein Hüft-Impingement kann Auslöser solcher Schmerzen sein. Dabei führt eine Inkongruenz von Hüftkopf und Hüftpfanne zu einer Einklemmung bei gleichzeitiger Abnahme der Beweglichkeit, insbesondere der Innenrotation. Dies ist tatsächlich einer der Fälle, bei denen die Erfahrung des behandelnden Arztes eher Aufschluss über die Erkrankung geben kann als selbst modernste Diagnostikverfahren, welche das im Ruhezustand ja nicht auftretende Problem kaum erfassen können. Es gibt jedoch noch eine Reihe anderer Erkrankungen, welche direkt oder indirekt zu einem chronischen oder akuten Leistenschmerz führen können. Unsere Tabellenübersicht zeigt die häufigsten Ursachen dieser nicht seltenen Beschwerden.
von Arne Wondracek

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Herniencentrum Düsseldorf


Die ambulante minimal-invasive Leistenbruch-Operation
TEPTAPPMIC – endoskopische laparoskopische videoassistierte Operationsverfahren
minimal-invasive Sandwich-Operation bei Leistenbruch mit Netz


Dr. med. Achim Wolmershäuser
Facharzt für Allgemein- und Visceralchirurgie (Bauchchirurgie)
Schwerpunkt minimal-invasive Chirurgie

Herniencentrum-Düsseldorf
Privatpraxis im Ambulanten Operationszentrum Düsseldorf
AOZ-Düsseldorf
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