Das-Sjögren-Syndrom
Das Sjögren-Syndrom aus ORTHOpress
Das Sjögren-Syndrom
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Rebellion des Immunsystems
Selbst bei einer Umfrage unter Ärzten würden wohl viele von ihnen bei der Frage nach dem Sjögren-Syndrom passen müssen. Sollte es etwa da ran liegen, dass fast ausschließlich Frauen nach den Wechseljahren betroffen sind und als Hauptsymptom „nur“ trockene Schleimhäute auftreten?
Diese Trockenheit kann allerdings alle so genannten exokrinen Drüsen betreffen, das heißt die flüssigkeits- und sekretproduzierenden Drüsen. Unter trockenen Augen und einem trockenen Mund leiden nahezu alle Betroffenen. Neben den Tränen- und Speicheldrüsen sind – unterschiedlich ausgeprägt – meist auch die Schweißdrüsen der Haut, die schleimproduzierenden Drüsen der Atemwege und des Verdauungskanals sowie die Drüsen im Genitalbereich verändert und „eingetrocknet“, jeweils mit den entsprechenden Symp tomen. Im weiteren Verlauf kann es auch zu Gelenkschmerzen vor allem an den Händen kommen und zu einer Mitbeteiligung von inneren Organen. Ursache der Erkrankung ist eine Fehlsteuerung im Immunsystem, das heißt, der Organismus produziert Antikörper gegen die körpereigenen Drüsenzellen und zerstört diese. In der Regel vergehen sechs bis sieben Jahre vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnose- stellung. Erforderlich dazu sind neben Tests, mit denen die Tränen- und Speichelproduktion untersucht werden, auch Gewebeproben von der Lippenschleimhaut sowie vor allem der Nachweis der entsprechenden Antikörper im Blut.
Symptomatische Therapie
reicht oft aus Die Therapie ruht auf zwei Säulen. Zunächst geht es darum, das alltägliche Leben zu erleichtern. Dazu gibt es mitt lerweile eine breite Palette an Gelen, Salben und Tropfen zur Behandlung der Augentrockenheit, sodass für jede Patientin ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept möglich ist. Speichelersatz in Sprayform wird dagegen wegen des Eigengeschmacks nicht von allen Betroffenen akzeptiert. Doch sollte der Speichelfluss durch häufiges Trinken, Lutschen zuckerfreier Bonbons oder Kaugummikauen angeregt werden, denn Speichelmangel erhöht das Kariesrisiko. Viele Patientinnen sind mit solch einer lokalen Therapie ausreichend versorgt. Liegen aber systemische Manifestationen vor mit z. B. Befall der Lungen, Nieren oder Blutgefäße, müssen diese auch behandelt werden. Im Einzelfall können dabei Antirheumamittel, Kortison oder auch Immunsuppressiva eingesetzt werden.
Stressfaktoren meiden
Ganz wichtig und unverzichtbar ist die Gestaltung des Lebensumfeldes. So können z. B. trockene Luft, Windzug, Rauch, Heizungen und Klimaanlagen sowie Bildschirmarbeit den Augen stark zusetzen. Daher sollten solche Bedingungen gemieden oder erträglicher gestaltet werden. Luftbefeuchter oder das Tragen von Brillen, die die Augen weitgehend abschließen (Bergsteiger- oder Schwimmbrillen) können schon helfen. Auch Stress sollte soweit es geht gemieden werden, weil er die Krankheit – wie bei allen Autoimmunerkrankungen – aktivieren kann. Im Allgemeinen ist die Prognose des Sjögren-Syndroms recht gut. Allerdings sollten regelmäßige Kontrollen stattfinden, um einen Übergang auf innere Organe, das Zentralnervensystem oder Lymphknotenvergrößerungen frühzeitig zu erkennen. Zu beachten ist, dass Patienten mit Sjögren-Syndrom ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines sogenannten Non-Hodgkin-Lymphoms haben.
von Sigrid Eberle
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