Das Läuferknie aus ORTHOpress
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Das Läuferknie
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Jeder Vierte leidet darunter
Die Knie sind bei sportlichen Aktivitäten – besonders bei den immer beliebter werdenden Langstreckenläufen – enormen Belastungen ausgesetzt. Da können leicht kleine Abweichungen in der Gelenkanatomie, falsches Schuhwerk oder ein ungünstiger Laufstil langfristig zu gravierenden Veränderungen bzw. zu Beschwerden führen. So sollen denn auch etwa ein Viertel der aktiven Läufer unter Überlastungsbeschwerden, einem so genannten Läuferknie, leiden. Allerdings ist ein solches „Runner’s knee“ durchaus nicht nur auf Läufer beschränkt. Es tritt auch bei anderen Sportlern (z. B. Radfahrern, Bergwanderern) und sogar bei sportlich Inaktiven auf.
Von einem Läuferknie spricht man einmal bei schmerzhaften Veränderungen der Kniescheibe (Patella). Das können entweder Knorpelschäden an der hinteren Fläche der Kniescheibe sein. Aber auch angeborene oder erworbene Verlagerungen des Gleitlagers der Patella, die zu Reibungen am Oberschenkelknochen führen, werden darunter verstanden. Typisch für diese Art Läuferknie sind Schmerzen hinter und/oder unter der Kniescheibe, anfangs besonders bei Bergläufen. Später treten die Schmerzen auch beim normalen Laufen oder beim Sitzen mit abgewinkelten Beinen auf. Begünstigt wird die Symptomatik durch:
- X-Beine
- angeborene Fehllage der Kniescheibe
- Schwäche der gelenkstabilisierenden Muskeln
- falsche Lauftechnik (zu starke Innendrehung der Füße).
Auch Sehnen spielen eine wichtige Rolle
Als Läuferknie bezeichnet werden aber auch Schmerzen im Bereich des seitlichen Knies. Dabei handelt es sich um ein Überlastungssymptom am Tractus iliotibialis. Dieser ist ein breiter straffer Faserzug, der vom Becken an der Hüfte vorbei zum Schienbein zieht und die seitliche Faszie des Oberschenkelmuskels verstärkt. Wenn diese Sehnenplatte verkürzt ist, reibt sie bei jeder Bewegung im Kniegelenk an der Oberschenkelrolle. Der dort liegende Schleimbeutel entzündet sich und stechende Schmerzen an der Knieaußenseite treten auf. Typischerweise fangen die Schmerzen immer nach der gleichen Laufdistanz an, steigern sich kontinuierlich, hören aber anfangs beim Stehenbleiben auf. Prädisponierend für ein derartiges iliotibiales Bandsyndrom sind:
- O-Beine
- starke Innendrehung der Füße
- einseitiges Laufen auf schrägem Untergrund (Sportplatzrunden)
- Laufen auf unebenem Untergrund
- falsche Schuhe
- ungenügendes Aufwärmen und Dehnen.
Was tun beim Läuferknie?
In der Akutphase:
- Kühlen
- Trainingspause
- schmerzstillende Salben oder Medikamente
Mittelfristig:
- Friktion des verkürzten Tractus iliotibialis durch eine erfahrene Physiotherapeutin
- Kräftigung der umgebenden Muskulatur, auch Becken-, Bauch- und Rückenmuskeln sowie Brust- und Armmuskeln
Bei Wiederaufnahme des Trainings:
- Schuhe kontrollieren, Pronationsstützen vermeiden, bei O-Beinen evtl. Schuhaußenranderhöhung
- vor dem Laufen den Tractus im Kniebereich wärmen (Wärmekissen oder Salben)
- Dehnübungen vor und nach dem Laufen
- nach dem Laufen kühlen
- langsame Steigerung der Laufstrecke
- Abwärtsläufe meiden
- Tempowechsel ins Training einbauen
- nicht mehr als circa 30 km pro Woche laufen
- Ausgleichssport (Radfahren, Schwimmen, Krafttraining) betreiben, um Muskeldysbalancen zu vermeiden
Den ganzen Artikel lesen Sie wie immer in der aktuellen Ausgabe der ORTHOpress.
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