Chemosensitivität

Home Laborleistungen Chemosensitivität Intro
Chemosensitivität PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator
Samstag, 08. November 2008 um 15:01

Tumoren sind in ihren Eigenschaften sehr unterschiedlich. Ihre Individualität, die fast mit der eines Fingerabdrucks vergleichbar ist, stellt deshalb bei der Wahl der individuell richtigen Therapie für den behandelnden Arzt eine große Herausforderung dar. Das gilt insbesondere für die Chemotherapie und dabei für die Mehrzahl der soliden Tumorerkrankungen im Erwachsenenalter, wie z. B. bösartige Erkrankungen der Brust, der Eierstöcke, des Magendarmtraktes, der Bauchspeicheldrüse, der Blase, der Lunge und der Haut. Wegen der zum Teil schwerwiegenden Nebenwirkungen einer Chemotherapie bei individuell unklarer Wirksamkeit sind Arzt und Patient/in gut beraten, alle diagnostischen Möglichkeiten für eine individualisierte Krebsbehandlung auszuschöpfen.

Chemosensitivitätstests und Genchipuntersuchungen stellen entscheidende Schritte auf dem Weg zu einer personalisierten Krebsbehandlung dar. Die Indikation für die Testverfahren ist dabei so unterschiedlich wie die Technologie selbst.

Der in unserer Praxis verwendete ATP-basierte Tumorchemosensitivitätstest (ATP-TCA Assay) ist ein ex vivo Test, für den lebende Tumorzellen benötigt werden. Das setzt voraus, dass wir spätestens 24 Stunden vor einer geplanten Gewebeentnahme informiert werden. Wir brauchen diese Vorlaufzeit für die bundesweite Zustellung eines speziellen Transportkits. Für diesen Test benötigen wir zwar nur sehr wenig Frischgewebe, aber in der Regel sind Feinnadelbiopsien nicht ausreichend für eine solche Untersuchung. Dagegen reichen Gewebemengen wie sie typischerweise durch Jetnadelbiopsien und Saugbiopsien gewonnen werden zumeist aus. Maligne Pleuraergüsse und Peritonealergüsse sind häufig für eine solche Testung besonders geeignet.

Falls kein Frischgewebe zur Verfügung steht, ersetzen wir den ATP-TCA Assay durch Gensignatur-Analysen. Hierbei handelt es sich um Genexpressionsuntersuchungen mittels Genchip-Technik oder quantitativer Real-time PCR-Methodik. Für beide Untersuchungsverfahren sind kleinste Gewebemengen, wie z. B. Feinnadelbiopsien ausreichend. Für die Genchip-Technik brauchen wir tiefgefrorenes Tumorgewebe. Die Real-time PCR-Methodik erlaubt auch Untersuchungen an Formalin-fixierten Paraffinblöckchen, wie sie üblicherweise in den Instituten für Pathologie über Jahre aufbewahrt werden.

Aktualisiert ( Dienstag, 18. November 2008 um 14:56 )

Tags: