Bluthochdruck aus ORTHOpress Düsseldorf

Bluthochdruck aus ORTHOpress

Volkskrankheit:

Bluthochdruck

Alle lebens- und überlebenswichtigen Systeme des menschlichen Organismus wie Kreislauf, Atmung, Verdauung u. a. finden – zum Glück – weitgehend automatisch statt. So passt sich auch der Blutdruck normalerweise ganz von allein den wechselnden Bedürfnissen an. Allerdings gerät diese Regulation bei immer mehr Menschen aus den Fugen. Der Blutdruck steigt an, obwohl das eigentlich gar nicht erforderlich wäre. Mediziner sprechen von Hypertonie. Nahezu jeder Dritte soll bei uns davon betroffen sein.

Bei der Blutdruckmessung wird festgestellt, welcher Druck in den Blutgefäßen abhängig von der Herztätigkeit herrscht. Der obere – systolische – Wert gibt den Druck während des Zusammenziehens des Herzmuskels an, der untere – diastolische – Wert zeigt den Blutdruck während der Erschlaffungsphase des Herzens an. Zudem kann die Höhe des Blutdrucks noch durch das Weit- oder Engstellen der Blutgefäße verändert werden. Um zufällige und störende Faktoren auszuschließen, sollten bei der Messung einige Regeln beachtet werden: Dazu gehört eine mindestens fünfminütige Ruhephase vor der Messung. Außerdem sollte sich die Blutdruckmanschette auf Herzhöhe befinden und in ihrer Größe dem Armumfang angepasst sein.
Hoher Druck schädigt die Gefäße
Ein zu hoher Blutdruck lässt sich nur in ganz wenigen Fällen auf Veränderungen in anderen Organen, z. B. von Nieren, Nebennieren oder Schilddrüse, zurückführen. Meistens handelt es sich um einen so genannten primären oder essentiellen Bluthochdruck. Tückischerweise bemerken Betroffene in der Regel nichts davon, wenn der Blutdruck erhöht ist. Im Gegenteil, oft fühlen sich diese Menschen besonders wohl, sind leistungsfähig und voller „Power“. Allerdings schädigt ein dauernd zu hoher Blutdruck die Blutgefäße. Die Gefäßwände werden starr, verkalken und verengen, eine so genannte Arteriosklerose entsteht. Das führt zu Schäden vor allem in Gehirn, Nieren, Herz und Augen. Symptome, z. B. in Form von Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Brustschmerz, Kurzatmigkeit oder Sehstörungen, machen sich aber meist erst in späteren Stadien bemerkbar, so dass akute Ereignisse, z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall, oft wie aus heiterem Himmel kommen. Daher sollten zumindest Menschen, die ein erhöhtes Risiko haben, regelmäßig ihren Blutdruck kontrollieren (lassen), denn sinnvollerweise setzt eine Behandlung natürlich am besten schon dann ein, wenn noch keine Organschädigungen aufgetreten sind.
Risikofaktoren, die die Entwicklung von zu hohem Blutdruck begünstigen:

  • Familiäres Vorkommen
  • Alter
  • Übergewicht
  • Zuckerkrankheit
  • Einnahme bestimmter Medikamente, z. B. „Antibabypille“, Appetitzügler u. a.
  • Nierenerkrankungen
  • Ernährungsfaktoren: zu salzig, zu viel Alkohol
  • Bewegungsmangel

Lebenswandel beeinflusst den Blutdruck
Bei der Therapie eines zu hohen Blutdrucks spielt die Lebensführung eine ganz große Rolle. Faktoren, die die Patienten selber beeinflussen können, sind: Gewicht, Ernährung, Alkoholkonsum, Rauchen, Bewegung und Stress. Eine „gesunde“ Lebensweise bedeutet aber gerade für viele Hochdruck-Patienten eine radikale Umstellung, die in der Regel nicht von heute auf morgen gelingt. Aber es lohnt sich immer – auch wenn es zunächst ein relativ hohes Maß an Disziplin erfordert –, sich zugunsten der eigenen Gesundheit von einigen zwar lieb gewordenen, aber schädlichen Angewohnheiten zu verabschieden. In vielen Fällen gelingt es allein durch die Änderung der Lebensweise, den Bluthochdruck auf Normalwerte zu bringen. Ganz nebenbei werden auch andere, so genannte Zivilisationskrankheiten wie z. B. Rheuma, Gicht, Arthrose und Diabetes positiv beeinflusst bzw. ihre Entwicklung wird verhindert oder hinausgeschoben.
Werden Sie aktiv und übernehmen Sie selber die Verantwortung für Ihre Gesundheit. Es lohnt sich!

  • Nehmen Sie ab bzw. halten Sie Normalgewicht.
  • Ernähren Sie sich salz- und fettarm und obst- und gemüsereich.
  • Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum.
  • Rauchen Sie nicht (mehr).
  • Bewegen Sie sich: Ein täglicher 20-minütiger zügiger Spaziergang kann schon ausreichen.
  • Bauen Sie Stress ab und praktizieren Sie regelmäßig eine Entspannungsmethode (autogenes Training, Yoga, Meditation, progressive Muskelrelaxation o. a.).
  • Nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor, sondern ändern Sie Schritt für Schritt Ihren Lebenswandel.
  • Lassen Sie sich auch von Rückfällen nicht entmutigen, sondern fangen Sie immer wieder an.
  • Holen Sie sich Unterstützung in der Familie oder einer Gruppe Gleichgesinnter (Selbsthilfegruppe, Volkshochschulkurs, Schulungen bei Ihrem Arzt u. a.). Sie sind nicht allein mit Ihren Problemen.

Konsequente Therapie verhindert Spätschäden
Wenn die allgemeinen Maßnahmen der Lebensführung nicht ausreichen, um den Blutdruck zu normalisieren, muss er mit Hilfe von Medikamenten gesenkt werden. Allerdings braucht es manchmal einige Zeit, bis sich der Körper wieder an normale Blutdruckwerte gewöhnt. In dieser Eingewöhnungsphase fühlen sich einige Patienten vorübergehend oft gar nicht so ganz wohl. Dabei sollte in der Regel bei der Ersteinstellung den bewährten und vor allem in ihren Nebenwirkungen wohl untersuchten Präparaten der Vorzug vor den neueren, aber noch nicht so gut bekannten Medikamenten gegeben werden. Normalerweise kommen dafür vor allem zwei Gruppen in Frage: Thiaziddiuretika, so genannte Wassertabletten, die die Harnproduktion anregen – weniger Flüssigkeit im System bedeutet weniger Druck –, und Betablocker, die die Herzarbeit verlangsamen und den Sauerstoffbedarf des Herzens herabsetzen. Allerdings gelingt es nicht immer auf Anhieb, den optimalen Wirkstoff zu finden. Zudem benötigt etwa ein Drittel der Patienten mehr als einen Blutdrucksenker zur optimalen Einstellung. Kombinationen können mit verschiedenen Wirkgruppen erfolgen, z. B. mit ACE-Hemmern, die den Widerstand in den Blutgefäßen absenken, mit den ähnlich wirkenden Angiotensin-II-Antagonisten oder mit Kalziumantagonisten, die die Blutgefäße erweitern und so den Druck senken. Vor allem, wenn noch weitere Erkrankungen vorliegen, wie z. B. Nierenerkrankungen, Diabetes oder Lungenerkrankungen, bedarf es sehr viel Erfahrung seitens des verordnenden Arztes, eine wirkungsvolle und gleichzeitig verträgliche Kombination zu finden. Eine konsequente Therapie ist aber erforderlich, um Komplikationen (Herzinfarkt, Schlaganfall) zu verhindern und das Leben bei guter Qualität zu verlängern.
von Sigrid Eberle

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