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Alternative-Schmerztherapien aus ORTHOpress

Alternative-Schmerztherapien aus ORTHOpress

„Entweder – oder?“ oder „Sowohl – als auch?“

Alternative Schmerztherapien

Die alternative Szene boomt, gerade auf dem Gesundheitsmarkt. Haben viele der so genannten Außenseitermethoden bisher in irgendeiner Nische eher ein Schattendasein geführt, so explodiert die Zahl der ergänzenden oder auch alternativen therapeutischen Angebote, nun da Politik und Gesellschaft die Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen für seine Gesundheit wiederentdeckt haben – sprich: Der Patient für vieles nun selber bezahlen muss. Rückgriffe auf vergessen Geglaubtes und Angebote aus völlig anderen Kulturen drängen auf den Markt und wollen vor allem von Stress- und Schmerzgeplagten angenommen werden. In der Tat, es gibt kaum einen Schmerzpatienten, zumal wenn die Schmerzen chronisch sind, der nicht auf der Suche nach Alternativen oder Ergänzungen zu seiner derzeitigen Therapie wäre.

Dabei spielt sicherlich das Bedürfnis vieler Patienten nach einer umfassenden, ganzheitlichen Behandlung eine Rolle. Auch das Versprechen, die Schmerzmedikation, die ja beileibe nicht frei von unerwünschten Nebenwirkungen ist, durch andere nebenwirkungsarme Verfahren ganz oder zumindest teilweise zu ersetzen, ist natürlich verlockend. Heilung durch Anregung der eigenen Selbstheilungskräfte ist das Schlagwort. Aber was setzt der Schmerzgeplagte ein? Die angebotenen Verfahren kommen in einer derartigen Vielfalt daher und haben so unterschiedliche Ansatzpunkte, dass den meisten Betroffenen schlicht die Übersicht verloren geht. Hinzu kommt: Ein Mittel, das der Nachbarin geholfen hat, muss bei einem selber noch lange nicht wirken. Denn Schmerzen, besonders chronische Schmerzen, sind ein ganz komplexes Geschehen, bei dem das einfache Ursache-Wirkung-Prinzip, wie z.B. beim akuten Schmerz nach einer Schnittverletzung, als Erklärungsmodell versagt. So setzen denn auch alternative Schmerztherapien ganz unterschiedlich an.
Die Schmerzwahrnehmung ändern
Alles, was zur Schmerzstillung angeboten und empfohlen wird, aufzuzählen und zu bewerten, würde den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengen. Daher hier nur eine mehr oder weniger willkürliche Auswahl der gängigsten Verfahren. Schmerzen – besonders chronische – sind nie auf ein einzelnes Organ beschränkt, sondern betreffen, ja beherrschen oftmals den ganzen Menschen in all seinem Fühlen, Denken und Handeln. Daher ist es in den allermeisten Fällen durchaus angebracht, so genannte aufmerksamkeitslenkende und entspannende Verfahren einzusetzen, mit denen gelernt werden soll, den Schmerzen die alles beherrschende Kraft zu nehmen. Ob dafür nun Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, Musik-, Mal-, Gestalttherapie oder andere Formen eingesetzt werden, bleibt dem Geschmack und den Möglichkeiten des Einzelnen vorbehalten. Entscheidend ist, dass der Fokus der Aufmerksamkeit – wenigstens für einige Zeit – von den Schmerzen abgezogen und auf andere Dinge gelenkt wird. Was vielleicht auf den ersten Blick von manchen für unmöglich gehalten oder vielleicht sogar als Trick oder Bluff verstanden wird, zeigt sich bei regelmäßiger Anwendung als durchaus effektiv und geeignet, auch längerfristig Abstand zu den Schmerzen zu gewinnen.
Elektrizität und Wellen im Einsatz
Viele Patienten haben bei der Bewältigung ihrer Schmerzen den Einsatz von elektromagnetischen Wellen, Stoßwellen oder von Laserstrahlen als sehr hilfreich erfahren. Elektro- und Magnetfeldtherapien werden inzwischen in unterschiedlichster Form angeboten, z.B. als Bioresonanz, MBST, PST, TENS. Dass elektrische und magnetische Wellen durchaus den Stoffwechsel der menschlichen Zellen beeinflussen können, gilt inzwischen als sicher, auch wenn der genaue Mechanismus noch nicht geklärt ist und Raum für vielfältige Spekulationen bietet. Bisher ist die Wirksamkeit der meisten Geräte, die sich zur Zeit auf dem Markt befinden, in streng wissenschaftlichem Sinn noch nicht überprüft und untersucht worden. Doch die Erfahrung vieler Patienten spricht in so manchem Fall für einen positiven, schmerzlindernden und den regenerativen Stoffwechsel anregenden Effekt. Ob diese Wirkung allerdings die zum Teil sehr erheblichen Kosten rechtfertigt, mag dahingestellt bleiben.
Manuelle Verfahren: Hände als Therapeutikum
In anderen Ländern wie Amerika, Frankreich oder Holland längst als etablierter Zweig der Schulmedizin anerkannt, fristet die Osteopathie bei uns immer noch ein Außenseiterdasein, das sich allerdings zunehmender Beliebtheit erfreut, nicht zuletzt auf Grund der zum Teil ganz außerordentlichen Erfolge. Die Erkenntnis, dass alle Organe und Strukturen des menschlichen Körpers zusammenhängen und sich Veränderungen, z.B. der Statik, auch an weit entlegenen Körperteilen schmerzhaft manifestieren können, weil der Körper als Ganzes reagiert, setzt sich immer mehr durch. In sehr vielen Fällen lassen sich durch sanfte, aber bestimmte osteopathische Handgriffe die gestörten Verhältnisse und Beziehungen der verschiedenen Organe zueinander wieder korrigieren und so die Schmerzen – seien sie nun am Kopf, am Rücken oder in einem der zahlreichen Gelenke – lindern bzw. ganz nehmen. Als zusätzlicher angenehmer Nebeneffekt stellt sich nach einer osteopathischen Behandlung nicht selten ein ganz neues Körpergefühl ein.
Alternative Schmerztherapien können eingeteilt werden in:
I. Regulierende Verfahren

  • Homöopathie
  • Physio- und Balneotherapie
  • Phytotherapie
  • Traditionelle Chinesische Medizin TCM
  • Osteopathie

II. Therapien mit gezielter Wirkung auf die Grundregulation

  • Akupunktur
  • Neuraltherapie nach Hunecke
  • Elektro- und Magnetfeldtherapien: z.B. Bioresonanz, Laser, MBST,

III. Therapien mit unspezifischer Wirkung auf die Grundregulation

  • Diätetische Maßnahmen
  • Kneipp’sche Anwendungen
  • Geistig-psychische Heilverfahren, Entspannungstechniken,
  • Ayurveda
  • Anthroposophische Medizin

IV. Therapien zur Ab- und Ausleitung

  • Blutentziehung (Aderlass, Schröpfen usw.)
  • Diaphoretische (schweißtreibende) Verfahren
  • Hautreizungsverfahren u.a.

V. Unkonventionelle Verfahren

  • Aromatherapie
  • Bachblüten
  • Nosoden
  • Reiki u.v.a.

Der Blick über den Tellerrand
Auf der Suche nach „Natürlichkeit“ bei der Schmerzbehandlung stößt man sehr schnell auf Angebote, die ihre Wurzeln in anderen Kulturen haben. Besonders weit verbreitet und beliebt sind fernöstliche Verfahren aus China oder Indien, aber auch schamanische oder indianische Therapien finden Anhänger. Die Akupunktur als ein Standbein der Traditionellen Chinesischen Therapie wird bei uns inzwischen breitflächig angeboten und ist sogar für einige Indikationen in das Leistungsangebot der Gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen worden. Allerdings wird vielfach, sowohl von Therapeuten als auch Patienten vergessen, dass hinter den fremden Heilweisen völlig andere Vorstellungen vom Leben, vom Menschen und von Bedeutung und Auswirkung von Krankheiten stehen. Meistens werden sie bei ihrer Anwendung bei uns auf einzelne Aspekte reduziert und damit ihres Zusammenhalts beraubt. Ein paar Nadeln irgendwohin stechen reicht eben nicht aus für die erhoffte und erwartete ganzheitliche Behandlung. Diese sich in ihren Ursprungsländern über Jahrhunderte bewährten Heilweisen sind immer Bestandteil einer ganzheitlichen Lebensweise und lassen sich nicht so ohne weiteres auf unsere westliche Art zu leben übertragen. Sie erfordern – richtig eingesetzt und nicht lediglich auf Bruchstücke reduziert – immer auch die Bereitschaft, nicht nur die Schmerzen und eventuell noch den Körper, sondern alle Lebensbereiche in den Blick zu nehmen und unter Umständen zu verändern, um gesund zu werden und zu bleiben.
Alternative Verfahren: Sehr vorsichtig und
…die angebotene Methode als einzig in Frage kommende dargestellt wird, die alles heilt und dabei völlig risikolos sei. …bei Nichtbefolgung der angebotenen Therapie Verschlimmerungen bis hin zu Todesfolge angedroht werden. …auf sofortige Aufnahme der Behandlung gedrängt wird, ohne dass eine Bedenkzeit eingeräumt wird oder Sie sich mit einer Person Ihres Vertrauens beraten können. …das Absetzen aller bisherigen Therapien gefordert wird. …vorherige Behandler schlecht gemacht werden oder abfällige Bemerkungen über sie fallen. …auf teure Dauerbehandlungen gedrängt wird, oder Vorauszahlungen verlangt werden. …Preis und angebotene Leistung offensichtlich diskrepant sind.
Wenig Substanz – große Wirkung
Eine Behandlung, bei der nicht nur das schmerzende Organ gesehen wird, sondern die den Menschen als Ganzes mit Leib und Seele in den Blick nimmt, findet sich aber nicht nur in fremden Kulturen. Auch bei uns haben sich Alternativen zur Schulmedizin entwickelt, bei denen Menschen und nicht Organe erkranken. Als klassisches Beispiel einer derartigen Betrachtungsweise kann die Homöopathie gelten. Mit ihren hoch potenzierten, also sehr stark verdünnten Arzneien, sollen Prozesse in Gang gebracht werden, die dem Organismus Hilfe zur Selbsthilfe sind. Warum diese Medizin, die kaum noch substanziell nachweisbare Moleküle der Wirksubstanz enthält, wirkt, weiß man nicht; dass sie in vielen Fällen aber wirkt, weiß man dagegen schon. Manchmal werden der richtige Stoff oder die optimale Potenz erst durch Ausprobieren gefunden. Das gilt nicht nur für die Homöopathie. Bei der Suche nach Alternativen oder Ergänzungen zu einer traditionellen Schmerztherapie kann man nicht davon ausgehen, dass auf Anhieb die optimale Methode gefunden wird. Auch hier gilt: Probieren geht über Studieren. Aber wenn ich weiß, was mir liegt und gut tut, gelingt es in der Regel – wenn auch manchmal mit etwas Geduld – mit der einen oder anderen Methode die Schmerzen zu lindern und vor allem die Lebensqualität wieder zu steigern.
von Sigrid Eberle

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